UNION DE CITRICULTORES (UCY)
ORANGENSAFTKONZENTRAT AUS MEXIKO
Orangensaft "Solas"

- Unión de Citricultores del Sur del Estado de Yucatán (UCY)
- Die ProduzentInnen
- Der faire Preis

"Ein Boykott von Orangensaft würde die Situation der Arbeiterfamilien nur weiter verschlechtern. Wir müssen gemeinsam nach Alternativen suchen. Der sogenannte "suco justo" ("gerechte Saft") wäre zum Beispiel eine gute Möglichkeit. Langfristig muß es um die Verbesserung der sozialen Situation der ganzen Familie gehen und um das Bewußtsein, das Schulbildung für die Kinder sehr, sehr wichtig ist."
Paulo Celho Morini - brasilianischer Gewerkschaftsführer aus Sao Paulo

"Kinder sind eine Arbeitsquelle, die billig ist und einfach zu beherrschen, weil Kinder kaum Widerstand leisten können. Das ist der Grund, warum viele Unternehmer Kinderarbeit als sehr gewinnträchtig ansehen. Zusammen mit der Verarmung großer Bevölkerungsteile kommen die Leute dahin, daß sie ihre Kinder zur Existenz-sicherung der Familie benutzen. Irgendwann sind vor allem arme Familien in der Situation, in der die Arbeit von Kindern zur ökonomischen Notwendigkeit wird." Was Varansi Vikasbhai hier zur Situation der Kinder in Indien berichtet, hat weltweite Gültigkeit. Selbst in Ländern der EU ist Kinderarbeit, obwohl gesetzlich verboten, verbreitet. Gleiches gilt auch für die Orangensaftindustrie mit ihren Plantagen in Brasilien. Die Kampagne der Südwind Agentur "Bittere Orangen" hat auf die unerträgliche Situation der PflückerInnen auf den Plantagen - darunter 15% Kinder - hingewiesen. In der Erntezeit sind Arbeitstage von bis zu 13 Stunden keine Seltenheit. Dazu kommen das Schleppen der schweren Säcke, die Akkordarbeit im feuchtheißen Klima, die Verletzungsgefahr und der äußerst geringe Stücklohn. Der Schulbesuch ist für die Kinder auf den Plantagen nicht mehr möglich. Ihre Träume von einer besseren Zukunft werden schon allein an der fehlenden Ausbildung zerbrechen. Trotz dieser Tatsachen ist der Durst nach Orangensaft ungebrochen. 21 Liter / Kopf trinkt jedeR DeutscheR, in der Schweiz dürfte die Situation eine ähnliche sein. Doch jetzt haben bewußte KonsumentInnen eine Alternative.

Unión de Citricultores del Sur del Estado de Yucatán (UCY)

Derzeit zählt die "Unión de Citricultores" (Vereinigung der Zitrusbauern aus Süd-Yucatán) 7000 Mitglieder, die 12 "ejidos" (= kooperativen-ähnliche Strukturen, die auf die Landreform von 1936 zurückgehen) angehören. Die Aufgabe der "ejidos" ist es, die Akkumulation von Land in den Händen weniger zu vermeiden, und die vom Staat gebotene Unterstützung anzufordern und zu verteilen.
Organisationsziele von UCY sind die Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte, die Preisregulierung am lokalen Markt und die Erzielung eines Mehrwertes durch die Produktion von Orangensaftkonzentrat. Die UCY ist demokratisch aufgebaut: Die Generalversammlung wählt den Vorstand und trifft die weitreichenderen Entscheidungen. Sie setzt sich aus gewählten Delegierten der einzelnen "ejidos" (5 Delegierte / "ejido") zusammen. Von den derzeit 4500 eingetragenen Zitrusproduzen-tInnen sind 200 Frauen. Die Unión ist im Besitz einer eigenen Fabrik zur Herstellung von Fruchtkonzentrat, mehrerer Fahrzeuge und zweier Kühlhäuser.

Die ProduzentInnen

Bei den ProduzentInnen handelt es sich vorwiegend um Angehörige der Mayakultur, die sich von den SiedlerInnen urbaner Zentren (meist Mestizen) durch ihre Kultur und Sprache unterschei-den. Die BäuerInnen Yucatáns leben in sehr bescheidenen Verhältnissen. Das Familieneinkommen kann durch die Doppelstrategie des Verkaufs von frischen Früchten und solchen für die Saftproduktion etwas aufgebessert werden. Die durchschnittliche Landfläche der ProduzentInnen beträgt 3-4 ha, wobei ca. 1 ha des Landes für die Eigenversorgung bzw. Produktion für den lokalen Markt genutzt wird. Auf dieser Fläche werden vor allem Bohnen, Mais, Zitronen, Wein, Mandarinen und Avocados angebaut. Die Orangen werden zumeist in Misch-kulturen mit anderen Zitrusfrüchten bzw. Gemüse angebaut. Kinder unter 18 Jahren finden bei der Ernte keinerlei Anstellung, sie dürfen ihren Eltern lediglich in ihrer Freizeit helfen. Über die Problematik der Kinderarbeit und die Bedeutung der schulischen Ausbildung herrscht allgemein Bewußtsein.

Der faire Preis

Für das Rohprodukt Orangensaftkonzentrat zahlt der faire Handel derzeit einen Mindestpreis von US$ 1200.- für eine Tonne Konzentrat. Darüber hinaus wird für jede Tonne Konzentrat eine Fair Trade Prämie in der Höhe von US$ 100.- bezahlt. Derzeit dient die Prämie zur Kapitalbil-dung bei UCY und Maßnahmen der Organisationsentwicklung. Die Mitglieder von UCY profitieren primär über den höheren Preis für ihr Produkt. Die Bezahlung erfolgt bei Anlieferung der Produkte gegen Cash (ca. US-$ 58.- pro Tonne Orangen; Das ist mehr als der festgesetzte faire Mindestpreis von US-$ 40.- pro Tonne). Sollte der Weltmarktpreis auf über US$ 1200.- pro Tonne Konzentrat steigen, wird die Prämie auf den jeweils gültigen Weltmarkt-preis aufgeschlagen.

home