- Geschichte der Organisation
- Ziele/Leistungen
- Struktur
- Produzentinnen
- Zum Produkt
Von Anfang an konnte der UCIRI-Kaffee zu fairen Bedingungen exportiert werden
- seit 1987 auch an claro (damals 0S3). Bei UCIRI waren auch sofort die Voraussetzungen
für den biologischen Anbau, bzw. die Zertifizierung des Kaffees erfüllt;
die traditionelle Verehrung der "Mutter Erde", der "Pacha Mama"
ist in den indigenen Kulturen schon immer mit schonender Nutzung des Landes
und der natürlichen Ressourcen verbunden. UCIRI ist seit vielen Jahren
Mitglied bei IFOAM; für die Zertifizierung sorgt Naturland; in der Schweiz
wird der UCIRI-Kaffee seit 1991 mit der Knospe beglaubigt.
UCIRI wurde 1989 als eine der ersten Produzentengruppen ins FLO-Kaffeeregister
aufgenommen und gilt weiterhin als eine der vorbildlichsten Organisationen.
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Ziele/Leistungen
Für andere Kaffeegenossenschaften ist UCIRI nicht nur ein Modell und Wegbereiter,
sondern auch ein eigentlicher Lehrmeister. Die aus Fair Trade-Erlösen aufgebaute
Landwirtschaftsschule CEC (Centro de Educacion Campesina) steht aüch Kleinbauern
und Jugendlichen aus anderen Regionen und Ländern offen; so z.B. besteht
seit 1990 ein Austauschprogramm mit den Mitgliedern der guatemaltekischen Vereinigung
Chajul, deren Kaffee ebenfalls Bestandteil des neuen BlO-Espresso ist.
Oberstes Ziel der Union ist die Befreiung der Indigenas aus ihrer jahrhundertelangen Abhängigkeit und die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen, aufgrund der Rückbesinnung auf die traditionellen Werte und Kenntnisse und deren Förderung. Deshalb finanziert UCIRI mit dem dem Aufpreis für zertifizierten Kaffee auch Einrichtungen und Projekte in verschiedenen anderen Bereichen: Aufbau von Gemeinschaftsläden, einer eigenen Rösterei und einem nationalen Vermarktungsnetz für BIO-Produkte, Entwicklung der Naturheilkunde im Rahmen einer eigenen Krankenstation, Verwaltung einer Sparkasse und eines Solidaritätsfonds... Zur Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze hat UCIRI ferner einen Textilbetrieb gegründet, der gegenwärtig rund 100 Angestellte beschäftigt. Dabei handelt es sich vorwiegend um junge Leute aus der Umgebung; in vielen Fällen sind die Eltern Mitglied bei UCIRI, doch ist dies kein Aufnahmekriterium. Neu ist eine Konfitürenfabrik im Bau, die speziell Frauen zu einem existenzsichernden Lohn verhelfen soll; für die Anfangsphase (2001) sind 8 Arbeitsplätze geplant.Als Mitglied der Vereinigung Comercio Justo Mexico AC vertritt UCIRI die Ziele des Fairen Handels auch auf nationaler Ebene.
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Struktur
Jede Dorfgemeinschaft entsendet 2 VertreterInnen an die jährliche Generalversammlung,
die an allen Entscheidungen beteiligt sowie für den reibungslosen Informationsfluss
zwischen allen Ebenen und Gremien verantwortlich sind. Oberstes Organ ist die
DelegiertenVersammlung, die jeden Monat stattfindet; auch auf Gemeindeebene
werden Monatstreffen veranstaltet.
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Produzentinnen
UCIRI zählt 2'268 Mitgliederfamilien, verstreut auf 52 Gemeinden,
die alle in der bergigen Landenge von Tehuantepec, einer schwer zugänglichen,
felsigen Gegend, auf 400 bis 1250 M.ü.M. liegen. Die Familien stammen überwiegend
aus den Maya-Völkern der Zapoteko, Mixe, Chontal und Mixteca und pflegen
nach wie vor ihre eigene, tief verwurzelte Kultur und Sprache.
Für die Selbstversorgung werden die Grundnahrungsmittel Mais und Bohnen
angebaut; Viehzucht in kleinem Rahmen bereichert den Speisezettel und bringt
etwas Bargeld ein. Höhenlagen ab 600 m sind für Kaffee bestimmt.
Die Mehrheit der einheimischen Bevölkerung lebt unter der Armutsschwelle.
Seit UCIRI, mit Unterstützung des Fairen Handels, den Kaffee zu festen,
korrekten Preise vermarkten kann, haben sich die Lebensverhältnisse der
Mitglieder entschieden verbessert.
Zum
Produkt
UCIRI baut fast ausschliesslich Arabicasorten an, in Mischkultur mit einheimischen
Bäumen als Schattenspender. Der natürliche Dünger stammt aus
der Kompostierung von Pflanzenabfällen; Unkraut wird zweimal jährlich
von Hand gejätet, Schädlingsbefall ohne Pestizide bekämpft. Kleine
terrassenähnliche Aufschüttungen aus Erde und Kompost, die mit Steinen
oder Holzstämmen befestigt werden, schützen die Pflanzungen an den
teilweise sehr steilen Hängen gegen Bodenerosion.
Die Kaffee-Ernte beginnt im November und dauert bis April. In mehreren Erntedurchgängen
pflücken die Bauernfamilien jeweils nur die reifen roten Kaffeekirschen;
diese werden anschliessend, meist noch am selben Tag, in einem Handpulper zerquetscht
um das Fruchtfleisch von der so genannten Pergamentschale zu trennen. Die schleimigen
Fruchtfleischreste müssen durch eine kurze Fermentation gelöst und
mit Wasser abgewaschen werden. Anschliessend werden die Kaffeebohnen in der
Sonne getrocknet. Der "Pergaminkaffee" wird in Säcken einige
Tage oder Wochen beim Produzenten gelagert und dann an der ärtliphen Sammelstelle
abgegeben. Dort wird die Kaffeequalität ein erstes Mal überprüft.
Danach gelangt der Kaffee mit UCIRI-eigenen Lastwagen ins Zentrallager in Lachiviza.
Hier wird von der Gesamtlieferung eine Probe gezogen, in einer Labordreschmaschine
gereinigt und die Qualität bestimmt. Die Säcke werden so gekennzeichnet,
dass sowohl der einzelne Bauer als auch die Basisgruppe, der er angehört,
jederzeit identifizierbar bleiben. Vor dem Export wird der Pergaminkaffee in
der Anlage gereinigt und je nach Bestellung aussortiert. In Grosslastwagen wird
der Kaffee zum Exporthafen von Veracruz (ungefähr 80 km entfernt) transportiert,
im Hafengebäude in Container verladen und anschliessend nach Europa verschifft.