SAMABEONG TEA ESTATE siehe auch => Banaspaty Tea Estate
==> TEE AUS INDIEN
Grüner Bio-Tee und Darjeeling Bio-Tee

- Samabeong Tea Estate
- Die ProduzentInnen
- Der faire Preis

"Ich lebe seit über 40 Jahren in dieser Gegend und mein Wunsch ist es, aus einem vollkommen heruntergewirtschafteten Besitz eine Teeplantage mit Modellcharakter zu machen. Die Arbeiterinnen und Arbeiter sollen ein besseres, menschenwürdiges Leben führen können. Auf meiner Wunschliste ganz oben stehen neue Arbeitsplätze, bessere Schulbildung und Gesundheitsfürsorge."
Mr. Mohan sen. - Tea Promoters India

Nachdem die EngländerInnen Ende des 18. Jahrhunderts im Nordosten Indiens mit dem systematischen Teeanbau begonnen hatten, weiteten sie die plantagenmäßige Teeproduktion bald auch auf die anderen Teile des indischen Subkontinents aus. Heute unterscheidet man vier Hauptanbaugebiete, deren Tee sich durch seine typischen Eigenschaften wie Aroma, Geschmack, Farbe und Stärke unterscheidet: Darjeeling, Assam, Dooars und Nigiri. Der Darjeeling-Tee stammt aus Plantagen an den Südhängen des Himalaya, von denen die meisten in einer Höhe zwischen 300 und 2000 Metern liegen. Oberhalb von 1500 Metern wachsen die feinsten und teuersten Tees der Welt. Die intensive Gebirgssonne und die niedrigen Temperaturen in der Nacht lassen die Blätter nur langsam wachsen - Voraussetzung für das besonders ausgeprägte und liebliche Aroma dieser Teesorte.
Auch die Samabeong-Teeplantage wurde 1870 von Engländern gegründet. 1983 wurde sie von einem indischen Pächter übernommen, der alle gesetzlichen Bestimmungen mißachtete und die Plantage schließlich dem Verfall überließ. Verschärft wurden die Probleme noch, als 1985 die Bestrebungen nach einer Teilunabhängig-keit Darjeelings von West-Bengalen zu gewaltsam ausgetragenen, politischen Unruhen führ-ten. Während dieser Kämpfe wurden in Samabeong auch die Wohnhäuser der Angestellten, das Verwaltungsgebäude und die Teefabrik zerstört. 15 Menschen kamen dabei ums Leben. Nachdem klar war, daß der Pächter seine Verpflichtungen und die Plantage vernach-läßig-te, wurde die Plantage von der indischen Regierung unter Zwangsverwaltung einer staat-lichen Verwaltungsgesellschaft gestellt. Diese Vorgangsweise ist in Indien möglich, da das Land für Teeplantagen dem Staat gehört, während die Bewirtschaftung des Landes über Pacht--ver-träge geregelt wird. 1989 übernahm die Familie Mohan - Besitzer des Unternehmens Tea Promotors India - die Plantage.

Samabeong Tea Estate

Die Samabeong Plantage liegt auf 1700 bis 2200 Metern Seehöhe in Darjeeling im indischen Bundesstaat West-Bengal. Sie umfaßt 498 ha, wovon auf 153 ha Tee angebaut wird. Nachdem die Plantage lange Zeit vernachlässigt worden war, mußten die neuen Besitzer große Investitionen tätigen. Die Wohnhäuser wurden renoviert, neue Teebüsche gepflanzt und eine neue Teefabrik gebaut. Insgesamt werden sich die Investitionen erst in zehn Jahren amortisiert haben. Vor allem diese Tatsache läßt die ArbeiterInnen wieder Vertrauen in das neue Management fassen, denn vor allem der Bau der Teefabrik zeigt, daß die Fam. Mohan langfristig an der Plantage interessiert ist. Die Vernachlässigung der Plantage hatte aber auch den Vorteil, daß ohne Übergangsfristen mit dem ökologischen Anbau von Tee begonnen werden konnte. Der Tee aus Samabeong ist mit dem Naturland-Zertifikat für organisch-biologischen Anbau ausgezeichnet. Herausragend ist die Mitbestimmung der ArbeiterInnen auf Samabeong. 17 gewählte VertreterInnen bilden gemeinsam mit dem Geschäftsführer ein Management-Komitee, das die Plantage gemeinschaftlich verwaltet.

Die ProduzentInnen

Insgesamt sind 230 Personen (davon 90 Frauen) permanent angestellt. Dazu kommen noch die 14 Angestellten der Teefabrik. An die 160 Personen arbeiten gelegentlich auf der Plantage. Sie alle gehören den rund 200 nepalische Familien an, die auf der Plantage leben (ca. 1261 Personen). Der Tageslohn entspricht dem gesetzlichen Mindestlohn für TeearbeiterInnen. Weiters erhalten die ArbeiterInnen alle im "Labour Plantation Act" festgelegten Sozialleistungen wie Urlaub, Krankengeld, 12wöchigen Mutterschutz, verbillig-te Lebensmittel, Unterkunft und Altersver-sorgung. Darüber hinaus bietet die Plantage ihren Angestellten medizinische Versorgung, Brennmaterial und Kleidung kostenfrei. Noch gibt es keinen direkten Wasser-anschluß in den einzelnen Wohnhäusern. Man holt das Wasser von gemeinsamen Zapfstel-len. Die Häuser sollen jedoch nach und nach saniert werden.

Der faire Preis

Der faire Handel unterstützt diesen Neubeginn auf der Samabeong Plantage mit den Zahlungen aus der Fair Trade Prämie. 10% des Teepreises werden in einen von den VertreterInnen der ArbeiterInnen verwalteten Fond eingezahlt. Der Fond soll vor allem zur Verbesserung der Lebenssituation der ArbeiterInnen beitragen und darf nicht für Investitio-nen verwendet werden, zu denen die PlantagenbesitzerInnen gesetzlich verpflichtet sind. Mit den ersten Geldern wurde ein Gemeinschaftszentrum errichtet, in dem größere Festivitäten aber auch Kurse abgehalten werden können. Unter anderem ist hier auch die Schule untergebracht, in der in Zukunft sogar der High-School-Abschluß möglich sein soll. Sollte der Staat seinen Verpflichtungen nach Lehrpersonal nicht nachkommen, wird daran gedacht eigenes Lehrpersonal anzustellen. Ein weiteres Projekt plant den Ankauf von 50 Kühen, die ausgewählten Familien zur Nutzung überlassen werden sollen.

Der Tee der Samabeong-Plantage ist als Grüner Bio-Tee und Darjeeling Bio-Tee erhältlich.

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