TALON SPORTS BÄLLE
PAKISTAN

- Talon Sports – unser Partner für fair gehandelte Bälle
- Die ProduzentInnen
- Der faire Preis

Zwei ehemalige Kinderarbeiter - der 12jährige Tamoor aus Pakistan und der 15jährige Lukshmi aus Indien – nahmen am weltweiten Marsch gegen Kinderarbeit teil. Lukshmi wurde mit dem Versprechen einer Ausbildung von seiner Familie weggelockt, landete aber in einer Fabrik, wo er mißhandelt wurde. Tamoor mußte in einem Steinbruch hart arbeiten. Er meint: „Alle sollen Fußball spielen, aber nicht mit solchen Bällen, die von Kindern genäht wurden.“

Tamoor Hussain – ehemaliger Kinderarbeiter aus Pakistan

Die Stadt Sialkot im Norden Pakistans ist das Zentrum der pakistanischen Sportartikelindustrie. Hier werden ca. 80% der Weltproduktion an Fußbällen hergestellt. Die Fertigung der Bälle erfolgt großteils in Heimarbeit. Die NäherInnen erhalten einen Stücklohn, der allerdings so gering ausfällt, daß Frauen und Kinder mithelfen müssen, um den Lebensunterhalt der Familie sicherstellen zu können. Die Statistik zeigt, daß die Familien, die sich mit der Fußballproduktion ihren Lebensunterhalt verdienen, zu den ärmsten in Pakistan gehören. Damit offenbart sich der Zusammenhang zwischen möglichem Arbeitslohn, Armut und Kinderarbeit. Das Ergebnis einer umfangreichen Studie von Save the Children Fund (SFC) zeigt, daß der konsequenteste Beitrag zur Beseitigung der Kinderarbeit eine angemessene Entlohnung der erwachsenen NäherIn-nen ist. Ein Verbot der Kinderarbeit allein – wie es das „Atlanta Agreement“ vorsieht, das in der Folge massiven öffentlichen Drucks auch von Markenartikelherstellern wie Nike und Adidas mitgetragen wird, greift zu kurz. Die derzeitige „Lösung“ des Problems, die Verlagerung der Produktion in eigene Nähzentren für Männer bei gleich schlechter Entlohnung, hat vor allem jene getroffen, die bereits zuvor benachteiligt waren: Der so erzielte Lohn reicht nicht aus, Frauen haben keine Möglichkeit mehr in Heimarbeit dringend benötigtes Geld dazu zu verdienen, die Familien verarmen weiter. Einen ganz anderen Ansatz verfolgt der faire Handel mit seinem Projekt „Fair Pay – fair Play“. Ziele des Projekts sind die Produktion ohne Kinderarbeit, Zahlung besserer Löhne, Schaffung und Erhaltung von Arbeit in den Dörfern, Sicherung von sozialen Leistungen und Finanzierung von Dorfentwicklungsmaßnahmen vor Ort. Die Exportbetriebe für fair gehandelte Bälle haben sich zur Einhaltung der vom deutschen Fair Trade e. V. ausgearbeiteten Kriterien für fair gehandelte Bälle verpflichtet und werden regelmäßig kontrolliert.


Talon Sports – unser Partner für fair gehandelte Bälle

Talon Sports ist ein relativ junges, mittelständisches, pakistanisches Unternehmen in der Sportartikelbranche von Sialkot, hat aber dennoch schon viel Erfahrung in der Fertigung und im Export von Fußbällen in FIFA- Qualität. Als Unterzeichner des „Atlanta Agreement“ hat sich Talon Sports vertraglich verpflichtet, seine gesamte Fußballproduktion schrittweise nach den Kriterien für fair gehandelte Fußbälle umzustellen, wenn es gelingt, einen ausreichenden Absatzmarkt für fair gehandelte Fußbälle aufzubauen.


Die ProduzentInnen

Die Bälle für den fairen Handel werden in kleinen Nähbetrieben, die direkt in den Dörfern angesiedelt sind, gefertigt. Die Produktion der Bälle erfolgt in Handarbeit. Das Material für die hochwertigen Bälle wird von Talon Sports zur Verfügung gestellt. In den Nähbetrieben arbeiten zumindest 10 offiziell registrierte NäherInnen nach den Kriterien für fair gehandelte Bälle. Sie kommen somit in den Genuß höherer Stücklöhne, sozialer Absicherung und dörflicher Entwicklungsmaßnahmen. Ziel des Fonds für dörfliche Entwicklung ist es, vor allem jene Familien zu unterstützen, die durch das „Atlanta Agreement“ größere Einkommensverluste hinneh-men mußten. Es werden Maßnahmen finanziert, die die wirtschaftliche und soziale Situation dieser Familien verbessern und so der Kinderarbeit nachhaltig entgegen-wirken (Unterstützung der landwirtschaftlichen Produktion und Selbstversorgung, Bildungsprogramme für Kinder, Verbesserung der Infrastruktur, etc.).


Der faire Preis

Für die fair gehandelten Fußbälle wird eine Mehrpreis von 1 US-Dollar pro Stück bezahlt, das entspricht einer durchschnittlichen Erhöhung des Exportpreises um ca. 25 Prozent. Dieser Mehrpreis, der ausschließlich für die Verbesserung der Löhne und der sozialen Verhältnisse in der Fußballproduktion verwendet werden darf, teilt sich in vier Bestandteile auf:

1) Zuschlag zum ortsüblichen, vom Exporteur gezahlten Stücklohn. Dieser Zuschlag entspricht einer Lohnerhöhung von etwa 35%.
2) Sozialabgaben des/r Nähers/in (Kranken - und Rentenversicherung)
3) Fonds für Kleinprojekte für die dörfliche Entwicklung
4) Mehrpreis für soziale, technologische und logistische Entwicklungen innerhalb des Unternehmens
(Quelle: EZA 3.Welt)

home