Safleg
Lomé, Togo

==> Kurzportrait Togo

- Geschichte! Struktur der Organisation
- Ziele/Leistungen
- Produzentinnen


Geschichte! Struktur der Organisation

Das Unternehmen Safleg („Société Alimentaire des Fruits et Légumes“) mit Sitz in Lomé, der Hauptstadt von Togo, stellt seit 1994 Trockenobst und andere Fertigprodukte aus biozertifizierten einheimischen Früchten her. 1996 beschloss die Leitung, die Zulieferanten der Ananasfrüchte, überwiegend Kleinbauern aus der Gegend von Danyi, beim Aufbau einer Produzentenorganisation zu unterstützen. Inzwischen sind acht Dorf-gruppen entstanden, die sich bereits zum Dachverband „Union des groupements des producteurs d‘ananas biologiques de Danyi“ vereint und ihren Vorstand ernannt haben; mehr als ein Drittel der Gruppenmitglieder sind Frauen.

Als erste Faire Handelsorganisation bietet claro ab Herbst 2002 biologischen Ananassaft aus diesem Projekt an; zur Äufnung der Gewinne aus dem Fairen Handel hat Safleg einen Fonds eröffnet. Für claro handelt es sich übrigens um die erste Partnerschaft mit einer Produzentenorganisation in Togo.


Ziele/Leistungen

Safleg‘s Ziel ist es, mit der Verknüpfung ökologischer und sozialer Massnahmen einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in Togo zu leisten. Die Unterstützung des biologischen Landbaus, bzw. die exklusive Verarbeitung biologisch zertifizierter Früchte und die Anwendung umweltgerechter Verarbeitungsmethoden ist in Togo bahnbrechend. Parallel dazu geht es Safleg darum, würdige Verdienstquellen zu schaffen und sowohl den Angestellten im Verarbeitungsbetrieb als auch den Zulieferanten zu korrekten, stabilen Arbeits- und Lohnbedingungen zu verhelfen. So sind die Familien beispielsweise nicht mehr auf die Mitarbeit der Kinder angewiesen, sondern können deren Schulbesuch bestreiten...
Im Einzelnen bietet Safleg den Angestellten Vollbeschäftigung und Löhne, die deutlich über dem offiziellen Mindestlohn liegen, sowie vertraglich festgehaltene Arbeitsbedingungen und diverse Sozialleistungen wie Spitalkosten, bezahlte Ferien, Mutterschaftsurlaub, Beiträge für Hochzeits- und Begräbniskosten... Regelmässig finden Weiterbildungskurse im Produktionsbereich statt.
Den Produzenten der Ananasfrüchte bezahlt Safleg Preise, die ebenfalls über den durchschnittlichen lokalen Preisen liegen. Ferner übernimmt das Unternehmen die Zertifizierungskosten sowie den Transport vom Produktionsort bis zum Verarbeitungsbetrieb in Lomé; auch das lokale Sammelzentrum, eine Art Unterstand, bei den Einheimischen „apatam“ genannt, wurde von Safleg finanziert. Ebenso unüblich sind Leistungen wie Abnahmegarantie und Vorfinanzierung sowie die ständige Begleitung der Gruppen durch zwei Landwirtschaftsexperten; diese sorgen für die Ausbildung und Beratung der Kleinbauern und kontrollieren die Einhaltung der biologischen Landwirtschaftsmethoden. Im Hinblick auf grössere Eigenständigkeit werden die Gruppen ferner angeleitet, Verantwortungen im organisatorischen und administrativen Bereich zu übernehmen.
Im Gesundheitsbereich unterstützt Safleg die Gründung einer verbandseigenen Apotheke und subventioniert gewisse Basismedikamente — z.B. gegen Malaria —‚ die den Mitgliedern kostengünstig abgegeben werden.
Zu den weiteren Zielen, die Safleg dank der Unterstützung durch den Fairen Handel, bzw. den Gewinnen aus den Mehrpreisen erreichen möchte, gehört die Bekämpfung der Armut im Einzugsgebiet der „Union de Danyi“, die Einrichtung dezentralisierter Gesundheitsposten söwie eines Zentrums für Behinderte, der Aufbau einer Spar- und Kreditkasse zugunsten der Landbevölkerung sowie die Betreuung der Schulkinder.


Produzentinnen

Das Einzugsgebiet der „Union de Danyi“ liegt, wie der Name besagt, in Danyl, im gebirgigen, bewaldeten Hochland, südwestlich der Stadt Atakpamé, auf etwa 800m. Die Mitglieder, gegen 200 Kleinbauernfamilien, stammen aus dem Volk der Ewe, der grössten ethnischen Gruppe, die etwa die Hälfte der Bevölkerung Togos stellt und ebenfalls in den südlichen Gebieten der Nachbarländer Ghana und Benin vertreten ist.
Die acht Gruppen sind in verschiedenen Dörfern tätig. Die Gegend weist zwar gute klimatische Bedingungen und fruchtbare Böden auf, ist aber abgelegen und kaum erschlossen, meist gibt es weder Elektrizität noch Trinkwasserversorgung. Eine Bauernfamilie zählt in der Regel sieben bis neun Erwachsene und Kinder, besitzt etwas Land und verfügt über wenige, einfache Werkzeuge; so wird die Feldarbeit nach wie vor mit der Hacke ausgeführt. Für die Selbstversorgung bauen die Kleinbauern in Mischkultur oder Fruchtfolgen hauptsächlich Maniok, Yamswurzeln, Mais, Erdnüsse und Bohnen an; für den Verkauf produzieren sie, nebst Ananas und anderen Früchten, auch Kaffee. Meist halten sie für den Eigengebrauch auch ein paar Schafe und Ziegen sowie Geflügel. Die Gegend verfügt über mehrere Primarschulen, doch bringen die Familien oft das Geld nicht auf, das für die verschiedenen Ausgaben
— Kleidung, Schulmaterialien, usw. —notwendig ist; so absolvieren tatsächlich nur etwa die Hälfte der Kinder die obligatorische Schulzeit. Heute sind die Mitglieder der „Union de Danyi“ dabei, ihre Situation — in Zusammenarbeit mit Safleg — grundlegend zu verbessern, so dass sie auch für den regulären Schulbesuch der Kinder sorgen können. Darüber hinaus wollen sie sich gemeinsam u.a. bei der Regionalverwaltung für die Unterstützung ihrer bauernorientierten Landwirtschaft und die Förderung des biologischen Landbaus — insbesondere im Bereich der Ananas- und Mangoproduktion — einsetzen.

Oktober 2002/ep
home