COOPERATIVA RUIZ DE MONTOYA
DIVERSE KRÄUTERTEES AUS ARGENTINIEN
Tango-Tee

- Cooperativa "Ruiz de Montoya"
- Die ProduzentInnen
- Vorteile für die ProduzentInnen

Website der Kooperative "Ruiz de Montoya

"Mate-Tee, Schwarztee Tucanguá und Tango-Tee sind seit zwei Jahren dank der Fair-Trade-Firma Claro in der Schweiz in vielen Welt- und Bioläden erhältlich. Diese Tees sind nicht nur fein im Geschmack, sie sind gleichzeitig eine Hoffnungsgeschichte für Hunderte von TeeproduzentInnen der Cooperativa Ruiz de Montoya in Misiones. Wir möchten Sie höflich ersuchen, eine Vermarktung dieser Produkte in Österreich zu prüfen. Eine solche Unterstützung wäre ein wichtiger Beitrag dafür, daß sich die Teebauernfamilien in Misiones auch langfristig selber weiterhelfen können."
Kurt Steiner vom Förderverein Coop. Ruiz de Montoya

Ruiz de Montoya ist eine Gemeinde in der argentinischen Provinz Misiones (Nordargen-tinien). Hier leben ca. 3000 Personen in Streusiedlungen auf ca. 18.000 ha. Misiones ist heute der letzte Grüngürtel am Oberlauf des Paranás. Das Gebiet wurde erst in diesem Jh. besiedelt. In der Hauptauswanderungswelle von 1918 bis 1938 wanderten u. a. an die 6000 Schweizer in diese Region ein. Misiones verfügt über eine reiche Tradition von Selbsthilfe-projekten in Form von Genossenschaften, welche allerdings in den vergangenen zwei Jahrzehnten ziemlich abflachte. Zum einen weil es unter der langjährigen Diktatur riskant war, sich zu organisieren und eigenständige Basisarbeit zu leisten. Zum anderen machte das Modell des Neoliberalismus den Genossenschaften stark zu schaffen. Die Liberalisierung bewirkte eine Verschärfung des Wettbewerbs, dem die bereits geschwächten Kooperativen nur wenig zu entgegnen hatten. Erst in den 90er Jahren, als es den Betroffenen immer mehr bewußt wurde, daß sie vom vorherrschenden Wirtschaftsmodell ausgeschlossen waren, erfuhr die Genossenschaftsidee neuen Aufschwung. Die allgemeine wirtschaftliche Situation macht es den Genossenschaften aber nicht gerade leicht: Die laufend fallenden Preise für landwirtschaftliche Produkte, die bei bis zu 360 (!) Tagen dauernden Zahlungsfristen seitens der AufkäuferInnen und die drohende Anhebung der Inflationsrate lassen die Genossenschaften in eine ungewisse Zukunft blicken. Der faire Handel eröffnet hier für die ProduzentInnen aus Ruiz de Montoya neue Perspektiven.

Cooperativa "Ruiz de Montoya"

Die "Cooperativa Agrícola Ltd. Ruiz de Montoya" wurde 1955 gegründet. Die Bauern und Bäuerinnen schlossen sich damals mit dem Ziel der gemeinsamen Produktverar-beitung, Vermarktung und der Erzielung besserer Preise zusammen. Heute zählt die Kooperative 262 Mitglieder. Derzeit bemüht man sich um die Umstel-lung auf organisch-biologischen Anbau und die Diversifikation der Produktion, um den Preis-ver-fall bei Schwarztee und Mate etwas abzufangen. Nichts desto trotz ist die Kooperative mit ihren Mitgliedern die zweitgrößte Arbeitgeberin in der Gemeinde. In der Teeverarbeitung arbeiten derzeit 35 Personen, etwa 1000 Personen leben zum Teil vom Teeanbau. Die Kooperative verfügt über eine eigene, wenn auch stark veraltete Verarbeitungs- und Abpackanlage für Tee und Mate. Im eigenen Laden werden Güter des täglichen Bedarfs, Baumaterialien und Treibstoffe verkauft. Die Inlandsvermarktung übernimmt die Kooperative selbst. Die Kooperative wird seit 1996 von dem Schweizer "Förderverein Coop. Ruiz de Montoya" bei der Vermarktung ihrer Produkte in Europa unterstützt.

Die ProduzentInnen

Die Mitglieder der Kooperative sind die Nachfahren europäischer EinwanderInnen und Mestizen. Der durchschnittliche Landbesitz liegt bei ca. 25 ha. Ca. 75% der Bevölkerung in Ruiz de Montoya sind der Kooperative beigetreten. Die Familien erzielen ihr Einkommen aus dem Anbau von Matetee, Schwarztee, Stevia, Maniok und Tung (Ölbaum). Außerdem halten einige ProduzentInnen Vieh und betreiben ein wenig Forstwirtschaft. Die eigene Produktion reicht oft nicht für das Notwendigste aus, so daß die LandbesitzerInnen selbst als TagelöhnerInnen zuverdienen müssen. Die Hauptprodukte Tee und Yerba brachten aufgrund des Preisverfalls in den letzten Jahren kaum mehr Gewinne. Matetee mußte zum Teil bereits unter dem Einstandspreis verkauft werden. Aufgrund der erhöhten Bionachfrage wurden seit 1995 die ersten Betriebe der Kooperative für biologischen Landbau zertifiziert ("Argencert"). Der Biotee wird seither separat verarbeitet. Heute befinden sich fast alle ProduzentInnen in der Umstellungsphase.

Vorteile für die ProduzentInnen

Durch den Verkauf an den fairen Handel erhält die Kooperative für Mate- und Schwarztee den ca. doppelten lokalen Marktpreis. Die Gewinne aus dem fairen Handel werden derzeit in die Qualitätssicherung, Produktentwicklung und Beratung der Produzent-Innen investiert. Die ProduzentInnen erhalten einen direkten Mehr-preis für biolo-gisch-organische und alternative Produkte (Stevia, Zutaten für Tango-Tee), um wirtschaftliche Anreize für Erneuerung und private Investitionen zu bieten.

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