PREDA
Philippinen (Kinderschmuck, Körbe und Trockenfrüchte)
link ==> www.preda.org
- Preda
- Die
ProduzentInnen
- Vorteile der ProduzentInnen
- Briefe aus Olongapo
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| Gründung: Ort: Produzentenzahl: etwa 160 Produkte: Struktur: Frauenanteil: Leitung: Untergruppen: |
1974 Olongapo u. a. Korbwaren, Schmuck, Recycling-Taschen gemeinnützige Stiftung mehrheitlich Frauen Generalversammlung 23 |
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Das Sozialzentrum Preda wurde 1974 vom irischen Priester Shay Cullen in der Nähe der Stadt Olongapo City gegründet und arbeitet im Dienste der von der einseitigen Wirtschaftsausrichtung Olongapos am stärksten Betroffenen: den Prostituierten, den Drogenabhängigen und den Landlosen. Preda versucht den Menschen, die aus dieser Abhängigkeit ausbrechen wollen, eine Stütze zu bieten. Dazu gehört nicht nur die therapeutische Betreuung sondern auch die Ausbildung und Schulung der Betroffenen. Wichtig ist Preda, den Menschen neue Hoffnung zu machen und eine Zukunft in Würde zu ermöglichen. Gleich nach der Gründung begann Preda mit der Herstellung von Rattanartikeln, um den Menschen eine Einkommensalternative bieten zu können. Später folgte ein Projekt zur Herstellung von Trockenfrüchten, das dasselbe Ziel verfolgt. Preda engagiert sich aber auch im politischen Bereich. So trat Preda gegen die US-Militärbasis auf und war eine der Trägerorganisationen der Kampagne gegen Kinderarbeit. Aber auch mit Kritik an den jeweiligen Regierungen hält die Organisation nicht zurück, denn Preda interessiert nicht, wer regiert, sondern wie regiert wird.
Die Stadt Olongapo befindet sich auf der Hauptinsel Luzon, 130 km nordwestlich von Manila. Bis vor kurzem bestand eine fast vollständige wirtschaftliche Abhängigkeit vom nahegelegenen US-Militärstützpunkt Subic Bay. 1991 zeigten die zahlreichen Proteste gegen die Militärbasis end-lich Erfolg. Die Regierung beschloß den Stützpunktvertrag nicht weiter zu verlängern. Jetzt gilt es den Menschen dieser Stadt neue und menschenwürdige Einkommensquellen zu erschließen. Das sieht auch Preda als seinen Auftrag und gründet immer neue Projekte. Ca. 130 Personen arbeiten in der Erzeugung von Rattanartikeln. Einige ProduzentInnen arbei-ten direkt in den Werkstätten von Preda, der Rest wird von HeimarbeiterInnen zugekauft. Das Projekt zur Produktion von Trockenfrüchten richtet sich vor allem an die arme Landbevölkerung. Ziel ist es, ihnen eine Einkommensmöglichkeit am Land zu erschließen, so daß die Familien überleben können, ohne ihre Kinder irgendwo in der Stadt zu sklavenähn-lichen Bedingungen arbeiten zu lassen.
Preda sorgt
für Einkommensmöglichkeiten. Die Bauern und Bäuerinnen, die ihre
Mangos früher billig an AufkäuferInnen verkauften, erzielen mittlerweile
gute Erlöse aus der Weiterverarbeitung der Früchte. Die RattanflechterInnen
erhalten für ihre Produkte Preise, die 30% über dem lokalen Marktpreis
liegen. Neben der wichtigen sozialen und politischen Arbeit, die Preda leistet,
zählen für die ProduzentInnen vor allem die wirtschaftlichen Alternativen,
deren Entwicklung Preda initiiert und unterstützt.
(Quelle: EZA
3.Welt)
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Briefe aus Olongapo
Hallo,
mein Name ist Olive. Ich bin ein ehemaliges Straßenkind. Mit 14 Jahren wurde
ich in die Prostitution gezwungen. Doch es kam der Tag als mich ein Sozialarbeiter
von Preda fand und mich aus der Sexsklaverei befreite. Wir jungen Mädchen
hatten gar nicht realisiert, welchen Gefahren wir im Sexgeschäft ausgeliefert
waren: Viele von uns wurden geschlagen, gefoltert und sogar umgebracht, weil sie
nicht kooperieren wollten oder sich gewehrt hatten. Andere bekamen
AIDS und starben noch vor ihrem 18. Geburtstag. Gott sei Dank bin ich aus all
dem heraus. Ich gehe zur Schule und bin heute eine Kinderanwältin. Das heißt,
daß ich die Chance habe gegen Kinderarbeit und Kinderprostitution aufzutreten.
Aus einem Brief von Olive
120 Kinder haben dieses
Jahr am Preda Sommer-Camp teilgenommen. Für sie waren es die ersten Ferien.
Gleichzeitig wurde ihnen ein umfassendes Bildungs- und Freizeitprogramm geboten:
Seminare, Diskussionsrunden, Spiele, Sport und Aktivitäten, die dazu beitragen
sollten ein Gemeinschafts- und Selbstwertgefühl unter den Kindern aufzubauen.
(...) Es wurden sportliche Wettkämpfe durchgeführt und einige der Preda-Kinder
erreichten das Finale. Eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, daß
es sich bei diesen Kinder noch vor einigen Monaten um schwer traumatisierte und
unter den Folgen der sexuellen und psychischen Mißhand-lungen leidende Kinder
gehandelt hatte. (...) Einige Kinder aus dem Kinderheim von Preda haben dieses
Jahr die Schule abgeschlossen, einige wollen weiter auf das Gymnasium gehen. Derzeit
leben 46 Kinder im Therapiezentrum und erholen sich von ihren traumatischen Erfahrungen.
Einige von ihnen sollen Ende des Schuljahres wieder in ihre Familien zurück-kehren.
Preda wird für die Kosten ihrer weiteren Ausbildung aufkommen. Einige unserer
Großen, die Preda aus Bars und Nachtclubs geholt hatte, wo sie
sich prostituierten, warten bereits auf einen Teilzeitjob im neuen Predaprojekt,
in dem wir Druckpatronen für Computer wiederbefüllen. Unser neuester
Zugang ist die 16jährige Lydia mit ihrem einjährigen Sohn Johannes.
Sie wurde von einem Sozialarbeiter weinend auf der Straße gefunden und hierher
gebracht. Heute helfen ihr die anderen Kinder bei der Beaufsichtigung des Kleinen.
(Aus: Preda Newsletter, Mai 1999).
© claro fair trade AG, 2552 Orpund, 032 356 07 00, www.claro.ch, Januar2006Code 290