Mirasa Food Industry
Magelang, Zentraljava (Indonesien)
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Hintergrund
- Geschichte/Struktur der Organisation
- Ziele/Leistungen
- Produzentinnen
- Maniokchips
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Hintergrund
Java ist die kleinste, doch am stärksten bevölkerte Hauptinsel Indonesiens. Ein grosser Teil der Bevölkerung lebt von kleinbäuerlicher Landwirtschaft oder verdingt sich auf Plantagen, verdient allerdings in beiden Fällen nicht genug, um den Lebensunterhalt der 'Familie zu decken. Auf den fruchtbaren Vulkanböden, die in Zentraljava vorherrschen, gedeiht freilich eine grosse Vielfalt von Nutzpflanzen. So fehlt es den Menschen weniger an Reis, nach wie vor dem Hauptnahrungsmittel, oder an Mais, Süsskartoffeln und Maniok, die vielerorts zum alltäglichen Speisezettel gehören, als an Bargeld, das für Anschaffungen aller Art nötig ist. Einheimische Agrarprodukte finden wenig Absatz auf dem Binnen-markt und wenn, dann meist zu Preisen, die unter den Produktionskosten liegen. Auch der Anbau von „cash crops” für den Export zahlt sich, angesichts des Preiszerfalls auf dem Weltmarkt für die meisten Güter nicht aus. Nichtsdestotrotz gehört Indonesien noch immer - nach Nigeria, Brasilien und Thailand - zu den wichtigsten Anbauländern von Maniok.
Armut ist unter der Landbevölkerung Javas weit verbreitet. Um so wichtiger sind Alternativen, die zum einen den Kleinbauern zu korrekten Preisen verhelfen, zum andern zur Schaffung von zusätzlichen Verdienstquellen für die Bevölkerung in Stadt und Land beitragen. Dazu gehört das Maniokchips- Projekt der Mirasa Food Industry, das von der deutschen Fair-Handels-organisation EI Puente und neu von claro fair trade unter-stützt wird.
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Geschichte/Struktur der Organisation
Der Kleinbetrieb Mirasa Food Industry entstand 1994 im Einzugsgebiet von Magelang, einer Stadt unweit von Jogjakarta. Sein Gründer spezialisierte sich freilich seit jeher auf die Produktion Weiterverarbeitung von Maniok so absolvierte er nicht nur Studien in Agronomie und Geschäftsleitung, sondern bebaute zunächst allein, dann zusammen mit einer Gruppe von 15 Bauern ein Stück Land. Schliesslich verlegte er anfangs der 90er Jahre den Standort seines Projekts in die Gegend von Magelang, die besonders günstige Anbaubedingungen für Maniok aufweist. Von Anfang an ging es ihm darum, die einheimischen Kleinbauern mit Beratung, regelmässiger Abnahme der Ernte zu korrekten Preisen und mit weiteren Förderungsmassnahmen zu unterstützen sowie Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen. Mirasa Food Industry ist ein Privatbetrieb, der den Angestellten überdurchschnittlich gute Lohn- und Arbeitsbedingungen gewährt - eine Pionierleistung in der Inselrepublik, die weltweit als Land mit dem niedrigsten Lohnniveau gilt! Ausserdem können die Angestellten bei Mirasa über ihren selbst ernannten Vertreter jederzeit bei der Geschäftsleitung vorsprechen und ihre Anliegen einbringen. 35 fest angestellte Mitarbeiterinnen sorgen für die laufenden Geschäfte und Verwaltungsaufgaben, im Verarbeitungsbetrieb arbeiten rund 200 .Angestellte. mehrheitlich Frauen.
Mirasa Food Industry hat vor kurzem erstmals Maniokchips an El Puente exportiert. Zwar erfüllt der Kleinbetrieb bereits die hohen Qualitätsstandards der EU, doch fehlt es ihm zunächst an Exporterfahrungen und an gewissen Kenntnissen im Bereich der Qualitätssicherung. Deshalb wird der Betrieb zur Zeit von der indonesischen Entwicklungsagentur PT.Profil Mitra Abadi (zu deutsch in etwa „Partner für immer”) gezielt beraten und begleitet.
| Ziele/Leistungen Der Gründer und Besitzer von Mirasa will mit der Aufwertung der einheimischen Feldfrucht Maniok, bzw. der Herstellung eines erstklassigen Fertigprodukts einen Beitrag zur Armutsbekämpfung auf Java leisten. So erhalten die Bauern einen garantierten stabilen Preis, der wenigstens 15 Prozent über dem jeweiligen – stark fluktuierenden – Marktpreis liegt. Allerdings ist Mirasa zur Zeit nicht immer in der Lage, die gesamte Ernte abzunehmen; für die Überschüsse gibt es vorläufig nur Abnehmer auf dem Lokalmarkt, die billig Tapioka erzeugen. Doch die Beratungen und weiteren Förderungsmassnahmen durch Mirasa er-möglichen den Bauern, ihre Situation zu verbessern. |
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Auch im Verarbeitungsbetrieb herrschen Bedingungen, die weitgehend den Kriterien des Fairen Handels entsprechen. Die Angestellten erhalten einen Lohn, der bis zu 30 Prozent höher als ortsüblich ausfällt. Ferner haben sie Anrecht auf Fortbildung sowie auf Unterstützung im Krankheitsfall und in Notsituationen. Die Gewinne verwendet Mirasa für den weiteren Ausbau des Betriebs.
Von Anfang an hat Mirasa das Chips-Projekt in enger Zusammenarbeit mit der einheimischen Bevölkerung aufgebaut und deren spezifische Erfahrungen und Bedürfnisse berücksichtigt. So stand die Gründung einer Bauerngenossenschaft mehrmals zur Diskussion. Doch respektiert Mirasa die Einwände, welche die Bauern vorbringen (hohe Kosten. Kontrolle durch den Staat, u.a.m....), um so mehr als diese ihre Arbeit ohnehin bereits gemeinschaftlich organisieren.
| Produzentinnen Mirasa bezieht die frischen Maniokknollen von rund 120 Kleinbauernfamilien, die 15 bis 20 km von Magelang entfernt in einem kleinen Tal leben. Die meisten Bauern besitzen in der Nähe ihres Hauses ein wenig eigenes Land, auf dem sie Reis, Maniok und Gemüse für den Eigenbedarf anbauen. Der Maniok, der für den Verkauf an Mirasa bestimmt ist, wächst auf bewaldeten Hängen, die dem Staat gehören. Vor Jahren beschloss nämlich die Regierung, im stark abgeholzten Einzugsgebiet von Magelan, ein Aufforstungsprogramm zu starten. | ![]() |
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Maniokchips
Vom Feld zum Fertigprodukt...
Maniok gibt es in zahlreichen Sorten. Mirasa hat die Bauern bei der Einführung einer Sorte unterstützt, die sich ganz besonders für die Herstellung von Chips eignet. Maniok ist allgemein sehr anspruchslos und gedeiht daher in nähr-stoffarmen Böden sowie in trockenen Gebieten. An den Berghängen Einzugsgebiet von Mirasa sind die Böden fruchtbar; die Pflanzen wachsen in Mischkultur zwischen jungen Mahagoni-Bäumen. Als Dünger verwenden die Bauern ausschliesslich den Mist ihrer Nutztiere. Auf Chemie-Einsatz wird verzichtet.
Die Knollen können nach sechs bis acht Monaten geerntet werden. Die Gruppenleiter handeln mit Mirasa die Liefermengen sowie den jeweiligen Preis aus und organisieren den Transport zum Verarbeitungsbetrieb, der angesichts der Strassenverhältnisse äusserst mühsam ist.
Maniokknollen werden gegart oder geröstet, oft auch zermahlt, zerrieben oder nach dem Kochen im Mörser zerstossen und als Polenta-ähnlicher Brei aufgetischt. Bei den Bauernfamilien auf Java und in anderen Regionen der Welt ist auch frittierter Maniok seit eh und je beliebt: Die frischen Knollen werden geschält, gewaschen, in feine Stücke geschnitten und in grossen, flachen Bratpfannen aus Eisen in Palmöl frittiert. Mirasa hat dieses traditionelle Verfahren verbessert: Ein in Indonesien entwickeltes Vakuumfrittiergerät erlaubt, das Frischgut bei relativ niedrigen Temperaturen äusserst schonend zu verarbeiten und den Verbrauch von Energie und Fett zu reduzieren.
Nach dem Frittieren werden die heissen Chips erst noch zentrifugiert, um überschüssiges Fett zu eliminieren. So enthalten sie nur noch halb so viel Fett wie herkömmliche Chips, über die Hälfte da-von ungesättigte Fettsäuren.
Für die Gestaltung der Verpackung sorgte eine indonesische Werbeagentur. Ebenso erfolgt – dank der Koordination durch die Entwicklungsagentur PT.Profil Mitra Abadi – sowohl der Druck der Verpackungsfolien als auch die Abpackung der Maniokchips in Jakarta, so dass zusätzliche Verdienstquellen entstanden sind. Das Fertigprodukt wird schliesslich in Jakarta verschifft.
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