Mikono Handicraft Marketing Company
Tanzania, Musikinstrumente
- Geschichte, Struktur der Organisation
- Ziele/Leistungen
- Produzentinnen
- Zum Produkt
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Geschichte, Struktur der Organisation
Mikono, auf Suaheli „Hände“, entstand
1996 aus der Aktiengesellschaft Handico (Handicrafts Marketing Company), die
1987 im Rahmen eines staatlichen Förderprogramms zugunsten kleingewerbli
cher Unternehmen gegründet worden war. Die Privatisierung der Aktiengesellschaft
führte nicht nur zur Namesänderung, sondern auch zu einer Umstrukturierung
der Besitzerschaft: der Hauptteil der Ak tien wurde von den Angestellten und
Handwerkerlnnen, bzw. den Produzentengruppen übernommen. So ist Mikono
zwar als private Vermarktungsgesel schaft eingetragen, gehört aber effektiv
zu 90% den Handwerkerlnnen, die somit auf allen Ebenen ihr Mitspracherecht geltend
machen können und in allen Entscheidungsgremien vertreten sind. Sitz und
Verwaltung von Mikono befinden sich in DaresSalaam; 10 Angestellte sorgen für
die Erledigung der anfallenden Aufgaben. Die Mitgliedergruppen gegenwärtig
25 sind übers ganze Land verstreut; sie weisen unterschiedliche Strukturen
auf (Genossenschaften, Familienbetriebe, informelle Dorfgruppen...), bilden
aber ein Netzwerk, das gemein same Ziele verfolgt und dementsprechend handelt.
Als Verfechterin fairer Handelskriterien ist Mikono auch Mitglied bei IFAT.
Ziele/Leistungen
Mikono geht es in erster Linie darum, mit der Vermarktung von einheimischem
traditionellem Handwerk sowie neuen Modellen auf dem Binnen und Exportmarkt
benachteiligten Familien Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Dabei sollen sich
die Handwerkerlnnen bewusst werden, dass sie sich aus eigener Kraft, bzw. aufgrund
ihrer Fähigkeiten und Kenntnisse aus ihrer Armut befreien können.
Mit der Schaffung von Verdienstquellen für die Dorfbevölkerung soll
der Landflucht Einhalt geboten werden. Im Produktionsbereich gewährt Mikono
Vorfinanzierungen, sorgt für Rohmaterialien sowie zum Teil in Zusammenarbeit
mit fairen Handelsorganisationen für Produkteentwicklung und übernimmt
die oft sehr hohen Transportkosten nach DaresSalaam, dem Exporthafen. Ferner
unterstützt Mikono die Mitglieder im Ge sundheitsbereich, organisiert Aus
oder Weiterbildungskurse, gewährt günstige Kredite für Neubauten
oder Hausrenovierungen und vermittelt Versicherungen. Bemerkenswert sind auch
die Anstrengungen, die Mikono unternimmt, um den Austausch unter den Mitgliedern,
bzw. den Aufbau eines regelrechten Netzwerkes zu fördern.
Produzentinnen
Fast jede Mitgliedergruppe ist auf je ein ganz bestimmtes
traditionelles Hand werk spezialisiert. Je nach Landesge gend, bzw. ethnischer
Zugehörigkeit der Produzentlnnen handelt es sich dabei um typische Korbwaren,
Holzschnitzereien, Töpfereien, u.a.m. Gearbeitet wird oft zu Hause, wobei
mehrere Familien mitglieder mithelfen; manchmal besitzt die Gruppe eine gemeinsame
Werkstatt. Fast die Hälfte der Mitglieder sind Frauen; sie sind in der
Regel für die Herstel lung von Korbwaren, Textilien und Keramik zuständig.
Musikinstrumente wie sie claro neu anbietet, stammen aus Chadulu, einem Dorf
in der Nähe von Dodoma, der admi nistrativen Hauptstadt Tanzanias und gleichzeitig
der wichtigsten Stadt des WagogoStammes, der seit alters die Savannengebiete
Zentraltanzanias be siedelt und seinen Lebensunterhalt mit dem Anbau von Mais,
Erdnüssen und Bohnen sowie mit Viehzucht bestreitet. Beim Hüten der
grossen Herden entwickelten die WagogoAngehörigen mit der Zeit nicht nur
eine enorm raffinierte Gesangskunst, sondern auch eine reiche Palette kleiner,
handlicher Musikinstru mente wie Rasseln, Handtrommeln und Daumenklaviere. Die
Musik soll auch dazu dienen, die Wagogo auf ihren Strecken durch die heisse,
dürre Steppe in Trance zu versetzen, so dass sie trotz mangelndem Wasser
und Schatten durchhalten können. Wie dem auch sei: Für „world
music“ Liebhaber ist die WagogoMusik mit ihren komplexen rythmischen Strukturen
und kunstvollen Polyphonien eine wahre Fundgrube, und mittlerweile sind verschiedene
Musiker, SängerInnen und Tanzgruppen auch bei uns bekannt geworden (mehr
dazu fin den Sie unter www.noogle.com, Stich wort „Wagogo music“).
Mikono betreut in Chadulu eine Gruppe namens Mwimbe, ein Ehrentitel der Stammessprache
Kigogo, der berühmte traditionelle Sänger kennzeichnet. Die MwimbeGruppe
zählt zur Zeit 30 Män ner, die sich neben diversen landwirt schaftlichen
Aktivitäten zur Selbstversor gung der Herstellung von Musikinstru menten
für den Eigengebrauch und den Verkauf widmen. Doch fehlt es in der Gegend
von Dodoma (500 km von Dar esSalaam entfernt!) sowohl an Absatz märkten
für Landwirtschaftsprodukte und Handwerk als an anderen Verdienstquel len;
in Chadulu sind ausserdem die Infrastrukturen u.a. die Trinkwasserversorgung
völlig unzureichend, und die nächste Schule liegt in Dodoma. Die MwimbeGruppe
hofft, dank der regel mässigen Aufträge und den korrekten Preisen,
die Mikono bietet, selbständig ihre Lebensbedingungen verbessern zu können.
Zum
Produkt
Ursprünglich spielt jedes der 4 Musikinstrumente, die
zur Zeit bei claro erhältlich sind, eine ganz bestimmte Rolle. Die kleine,
überaus kunstvoll verzierte Kalebassentrommel (Code 043.004) wird bei den
Wagogo traditionell ausschliesslich von Frauen zur Begleitung ganz bestimmter
Tänze benutzt. Das MaracasPaar (Code 043.003) dagegen erlaubt dem Leiter
einer Tanzoder Musikantengruppe besondere Effekte zu erzielen, bzw. Höhepunkte
zu markieren oder - wie mit unseren „Dirigentenstöcken“ - musikalische
Befehle zu erteilen. „Manyanga“-Rasseln unterschiedlichster Art
gibt es bei allen 120 Stammesvölkern Tanzanias. Der Rasselstab „Natunga“
(Code 043.002), stammt aus dem Küstenvolk der Wazaramo, wo er bei vielerlei
Anlässen in Gebrauch ist; so dient er dem Medizinmann zur Austreibung eines
bösen Geistes aus einem verhexten Menschen; ferner ist er ein fester Bestandteil
der rituellen Tänze, die anlässlich der Beschneidung junger Burschen
durchgeführt werden.
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