Mennonite Central Committee (MCC)
Bangladesh,
(neuer Name: MCC‘s Job Creation Programm, einige über CORR-The Jute
Works exportierte MCC-Produkte laufen unter dem code 211.)
- Geschichte und Struktur der Organisation
- Ziele/Leistungen
- Produzentinnen
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Geschichte und Struktur der Organisation
Nach dem Ende des Krieges, der 1971 zur Unabhängigkeit
des Landes führte, beschlossen zahlreiche internationale Organisationen,
einen Beitrag zur Unterstützung der Bevölkerung von Bangladesh zu
leisten. Parallel zu allgemeineren Entwicklungsprogrammen entstanden spezifische
Projekte zur Schaffung würdiger Arbeitsplätze; dazu gehörte die
Vermarktung von Jute-Artikeln und weiterem traditionellen Handwerk. Wenig spä-ter
wurden die ersten Kontakte zum Fairen Handel in Europa geknüpft, dessen
Anfänge ebenfalls auf die frühen 1970er Jahre zurückgehen. Nebst
CORR-The Jute Works , Heed , Brac-Aarong, Dakha Handicrafts u.a.m. gehört
das Mennonite Central Committee (MCC) zu den Pionieren, die der Idee des Fairen
Handels zum Durchbruch verhalfen.
MCC wurde 1920 von der kanadischen und nordamerikanischen Mennoniten-Kirche
gegründet; es handelt sich um ein Hilfswerk, das heute in mehr als 50 Ländern
in versähiedensten Bereichen —
u.a. Landwirtschaft, Erziehung, Gesundheit — tätig ist. In Bangladesh
begann MCC seine Projektarbeit anfangs der 1970er Jahre, zunächst mit einem
Landwirtschaftsprogramm, bzw. Ausbildungskursen für Kleinbauern. Mit der
Zeit weitete sich die Unterstützung aus auf ein Hilfsprogramm für
Notsituatio-nen, auf Lebensmittelversorgung und Alphabetisierung sowie auf die
Förderung und Vermarktung von Handwerk. 1978 wurde MCC als Nicht-Regierungs-Organisation
offiziell anerkannt. Mittler
weilen hat sich das Handwerksprojekt zu einer selbstragenden, eigenständigen
Organisation entwickelt; deshalb läuft es seit kurzem unter dem Namen „MCC‘s
Job Creation Programm“. Der Export wird nach wie vor in enger Zusammenarbeit
mit CORR-The Jute Works abgewickelt; so bezieht auch claro einen Teil der MCC-Produkte
über Jute Works.
MCC ist wie die meisten Fairen Handels-partner aus Bangladesh Mitglied bei der nationalen Netzwerk ECOTA Fair Trade Forum, das sich für die Förderung fairer Handelsbeziehungen zugunsten von mehr als 100‘000 Handwerkerlnnen einsetzt.
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Ziele/Leistungen
„MCC‘s Job Creation Programm“ soll Frauen zu einer würdigen
Verdienstquelle und darüber hinaus zu wirtschaftlicher und sozialer Unabhängigkeit
verhelfen. Dabei geht es in erster Linie um die För-derung alleinstehender
Mütter, die auf dem Land leben, doch als Frauen nur selten Grund und Boden
besitzen. „MCC‘s Job Creation Programm“ bietet ihnen nicht
nur verschiedene Dienstleistungen im Produktions- und Vermarktungsbereich an
wie Ausbildung, Produkteentwicklung und Produktediversifizierung, Qualitatskontrolle,
gunstige Vermittlung von Rohmaterialien und Zubehör... Die Frauen haben
Zugang zu Spar-programmen, Alphabetisierungskursen und Beratungen verschiedenster
Art (Gesundheit, Ernährung, Kinderpflege...). Darüber hinaus lernen
sie, ihre Rechte zu kennen und zu verteidigen. Mit den Gewinnen aus dem Fairen
Handel, die „MCC‘s Job Creation Programm“ den Produzentinnen
zugute kommen lässt, kaufen die meisten Frauen Land, Saatgut und Kleinvieh
zur Selbstversorgung.
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Produzentinnen
„MCC‘s Job Creation Programm“ unter-stützt
formell neun Gruppen, so genannte Alternative Trade Enterprises, mit insgesamt
über 1000 Mitgliedern, fast ausschliesslich Frauen. Weiteren 13 Gruppen
stehen Dienstleistungen im Vermarktungsbereich zur Verfügung.
Das claro-Sortiment umfasst zur Zeit Produkte aus sechs Mitgliedergruppen:
Die farbigen Jutetaschen stammen aus der Frauengruppe Action Bag Handicrafts,
die in der Gegend der Stadt Saidpur, im Norden des Landes, rund 50 Frauen vereint.
Da die Gruppe nach wie vor über CORR-The Juteworks exportiert, laufen die
Taschen unter dem code 211. Die Türvorleger aus Kokosfasern kommen aus
dem Betrieb Surjosnato Coconut Products, der im Bezirk Lakshmipur, unweit der
Mündung des Ganges, 106 Frauen und 9 Männer beschäftigt.
Vier Gruppen sind im südwestlichen Bezirk Barisal
tätig: Bagdha Enterprise hat sich auf Hanfschnüre spezialisiert; gezwirnt
und gefärbt werden die Schnüre von 175 Frauen in Heimarbeit. Die Frau-engruppe
Keya Paim Handicrafts kann dank einer grossen, ständig erneuerten Palette
unterschiedlichster Produkte aus einheimischen Palmblättern — darunter
die bunte Sternendekoration fürs Fenster, die claro derzeit anbietet —
rund 90 Dorifrauen ein regelmässiges Einkom-
men sichern. Christbaumsterne und Geschenkboxen aus Pappmaché stammen
aus der Joberpar Enterprise, die 43 Frauen beschäftigt. Das handgeschöpfte
Wasserhyazinthen-Papier, aus dem die Schachteln gefertigt sind, bezieht Joberpar
Enterprise bei einer weiteren regionalen MCC-Gruppe, dem Biborton Handmade Paper
Project, in dem 80 Frauen ar-beiten.
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