Maya Fair Trading
Belgien/Mexico
- Geschichte/ Struktur der Organisation
- Klare Strukturen in Belgien...
- ... und in Mexiko
- Ziele/Leistungen
- Produzentinnen
- Maya-Honig-Gewürzbrot
- Spekulatius
Geschichte/ Struktur der Organisation
Von der Soll-Gruppe zum Netzwerk ... Angefangen hat die
„Miel Maya"Geschichte bereits 1975, mit dem Verkauf von Honig - zunächst
in Belgien -, der von Kleinbauern im guatemaltekischen Petén-Gebiet produziert
wurde. Damals nannte sich die kleine belgische Gruppe, die ausschliesslich aus
Volontären bestand, „Service Tiers-Monde". Als 1981 auch Kleinbauern
Opfer der blutigen Repression durch die Militärregierung wurden, musste
der Honigexport aus Guatemala eingestellt werden. Unzählige Flüchtlinge,
überwiegend Angehörige eines der vielen Maya-Völker, fanden damals
Zuflucht im benachbarten mexikanischen Bundesstaat Chiapas, ebenfalls einem
Stammesgebiet der Maya. So beschloss der „Service Tiers-Monde", fortan
Kleinimker im Chiapas zu unterstützen und den Honig unter dem Namen Miel
Maya nach Europa zu exportieren; claro - damals noch OS3 - gehörte zu den
ersten und wichtigsten Abnehmern. Für die Abwicklung des Exportes wurde
in Mexico City die Aktiengesellschaft „Miel Maya Mexico" gegründet.
Der Verkauf des Maya-Honigs kam sowohl den einheimischen Bienenzüchtern,
ausschliesslich Kleinbauern, als auch zahlreichen Flüchtlingen und im Land
verbliebenen, zum Teil versteckten Bauernfamilien zugute: Für die Produzentinnen
stellte er einen wichtigen Zusatzverdienst - wenn nicht gar die einzige Bargeldquelle
- dar, für die guatemaltekische Bevölkerung wurden vor Ort sowie im
Chiapas verschiedene Kleinprojekte lanciert. 1987 stellte der „Service
TiersMonde" eine mexikanische Koordinatorin ein, die seither nicht nur
für die Qualitätskontrolle und den Export sorgt, sondern auch diverse
Kleinprojekte betreut und die Produzentinnen beim Aufbau ihrer Organisationen,
bzw. deren Vernetzung unterstützt. In diesem Rahmen entstand zunächst
im Chiapas der Imkerverband „Despertar de un pueblo Maya", der seit
1993 von der Max Havelaar-Stiftung zertifiziert ist. Ferner ist eine Plattform
der mexikanischen Imkergruppen im Aufbau, die zur Zeit Coordinadora heisst.
Alle Maya-Gruppen sind mittlerweile im Honig-Register der Max Havelaar-Stiftung
vertreten.
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Klare Strukturen in Belgien...
In den 1990er Jahren nahm die belgische Organisation, die
inzwischen vier Teilzeitstellen finanzieren konnte, den neuen Namen „Miel
Maya Honing" an. Im Hinblick auf klarere Strukturen wurden die verschiedenartigen
Aufgabenbereiche zwei juristisch und finanziell eigenständigen, doch eng
vernetzten Einheiten zugeteilt: „Miel Maya Honing", offiziell als
NGO (Nicht-Regierungsorganisation) anerkannt, kümmert sich um Öffentlichkeitsarbeit
und Betreuung der Freiwilligen in Belgien, sowie um die Unterstützung der
Imkergruppen; die nicht gewinnorientierte Handelsgesellschaft „Maya Fair
Trading" ist für die Vermarktung des Honigs und die damit zusammenhängenden
Aufgaben (u.a. Qualitätskontrolle, Produkteentwicklung) zuständig.
Beiden gemeinsam sind Direktor, Präsident, Verwaltungsrat, Generalversammlung
der Freiwilligen und der Mitarbeiterinnen.
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... und in Mexiko
Parallel dazu wurde in Mexiko eine NGO namens Misoca gegründet,
die seit anfangs 2000 offiziell anerkannt ist; sie sorgt hauptsächlich
für Ausbildung und Vernetzung der Produzentinnen sowie für die Durchführung
der Projekte, die „Miel Maya Honing" finanziert. Die Exportabwicklung
für Imkergruppen, die noch keine eigene Lizenz besitzen, und andere kommerzielle
Belange obliegen weiterhin der Aktiengesellschaft „Miel Maya Mexico",
die ab Januar 2004 CAPIM (Comercio Alternativo Apicola en Mexico) heissen wird.
| Der Verkauf von Maya-Honig geht einher mit vielfältigen Dienstleistungen und Projecten, die der Abwanderung der Landbevölkerung Einhalt gebieten und tragfähige Grundlagen für die Zukunft schaffen. Dazu gehören Ausbildungskurse in Bienenzucht und BIO-Produktion, in Qualitätssicherung, Preiskalkulation und Buchhaltung, u.a.m. Ebenso wichtig ist die Produktediversifizierung durch „Miel Maya Honing", die in Europa neue Märcte erschliesst und den Absatz entscheidend steigert. Einzelne Gruppen konnten sich eigene Transportmittel - vom Maulesel bis zum Kleinlastwagen - anschaffen; und mancherorts ist heute ein kleiner Laden mit Imkermaterial in Betrieb, so dass die Produzentinnen nicht mehr wie bisher den langen, beschwerlichen Weg in die nächste Stadt auf sich nehmen müssen. | ![]() |
Mehr zum Maya-Honig und den Menschen, die dahinter stehen, finden
Sie auf der homepage www.maya.be und in den zwei äusserst informativen,
spannenden Publikationen „Retour au Guatemala" (Erscheinungsjahr
2000) sowie „Des Abeilles et des Hommes. Miel et commerce equitable: l'exemple
du miel Maya au Mexique. " (Okt. 2003).
Dezember 2003/ep
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Maya-Honig-Gewürzbrot
Gewürzbrot hat ebenfalls eine lange, bis ins Mittelalter
zurückreichende Tradition; wie Spekulatius wurde dieses Gebäck früher
aufgrund der kostspieligen Zutaten - insbes. seltene Gewürze aus dem Fernen
Osten - nur zur Weihnachtszeit hergestellt. In vielen Ländern, vor allem
in Belgien, gehört „pain d'épices" heute zum alltäglichen
Frühstück. Dabei handelt es sich allerdings in der Regel um ein Billigprodukt
mit einem hohen Anteil an Zucker- und Glykosesirup; und Honig wird nur noch
in kleinen Mengen verwendet.
Ganz anders verhält es sich mit dem Maya-Honiggewürzbrot. Dieses enthält
keinerlei Zucker, so dass der HonigAnteil gar 55% beträgt, ein Rekord zumindest
auf dem belgischen Markt! Für die Herstellung verwendet der Produzent,
ebenfalls ein belgisches Unternehmen, ein altes Familienrezept, das nebst Honig
weitere natürliche Zutaten, nämlich Roggenmehl, Gewürze und Backpulver
enthält.
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Spekulatius
Namen sind oft mit Entstehungsgeschichten und echten oder
volkstümlichen Etymologien verbunden. So soll der Name Spekulatius daran
erinnern, dass dieses knusprige Gebäck ursprünglich am 6. Dezember
aufgetischt wurde, zu Ehren des Heiligen Nikolaus, der den lateinischen Beinamen
„speculator" (Aufseher) trägt. Andere behaupten, das Wort weise
auf die Formen hin, mit denen der Spekulatius - spiegelverkehrt - ausgestochen
oder geformt wird. Wie dem auch immer sei, eines ist sicher: Spekulatius sind
in den Niederlanden und im Rheinland seit Jahrhunderten beliebt und werden heute
auch in vielen anderen Gegenden nicht nur zur Weihnachtszeit geschätzt.
Die Maya-Spekulatius enthalten einen hohen Anteil an fairen Zutaten, nämlich
Blütenhonig aus verschiedenen MayaGruppen sowie Rohzucker von Coopecañera,
einer Max Havelaar-zertifizierten Bauernorganisation in Costa Rica. Für
die Herstellung sorgt ein belgisches Familienunternehmen, das weitgehend traditionelle,
ja gar manuelle Methoden benutzt, auch wenn diese mehr Zeit und Arbeit benötigen.
Ausserdem verzichtet das Unternehmen auf jegliche Konservierungs- und Farbstoffe
und verwendet garantiert keine gentechnisch veränderten Zutaten. So wird
beispielsweise statt Sojamehl Lupinenmehl, statt Sojaöl Raps- oder Palmöl
verwendet. Nach den ersten Erfahrungen mit MayaHonig hat das Unternehmen beschlossen,
fortan für die gesamte Produktion ausschliesslich fairen Honig aus Miel
Maya-Gruppen zu beziehen.
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