Cooperativa de Producción Agroindustrial Manduvirá
Paraguay, Zucker (Rohstoff für diverse Schokoladeartikel)

- Organistion
- Leistungen
- ProduzentInnen

Organisation
In Arroyos y Esteros (zu deutsch "Bäche und Sümpfe") gründete eine Kleinbauerngruppe 1975 die Produktionsgenossenschaft Manduvirá. Gegenwärtig zählt sie 116 aktive Mitglieder, darunter auch zahlreiche Frauen. Seit 1999 ist Manduvirá im FLO-Zuckerregister eingetragen.


Leistungen

Zu den Hauptzielen der Genossenschaft gehört die Förderung verschiedener Agrarerzeugnisse sowie deren Vermarktung zu einem existenzsichernden Preis. Die Mitglieder haben Anrecht auf ein breites Dienstleistungsangebot: technische Beratung und Schulung, günstige Kredite, Sparmöglichkeiten. Zur Erzielung höherer Preise erfolgt der Anbau von Zuckerrohr seit 1994 unter Befolgung biologischer Richtlinien; für die Zertifizierung (Knospe) steht die Schweizer Organisation IMO ein. Ebenso wenig wie die zwei
weiteren claro-Zuckerlieferanten in derselben Region ? das Comité de Productores Montillo und die Cooperativa El Arroyense - verfügt Manduvirá über die Mittel, um das Rohr selbst zu Weissem Zucker zu verarbeiten und das Fertigprodukt zu exportieren. Dafür sorgt die Zuckerfabrik Otisa, die ausschliesslich biologischen Zucker herstellt und seit mehreren Jahren in Arroyos y Esteros Kleinbauern mit Förderungsprogrammen in verschiedenen Bereichen (Ausbildung im BIO-Anbau, Vorfinanzierung der Ernte, Transporterleichterungen...) unterstützt. Ihre 54 ArbeiterInnen sind gut bezahlt und sozialversichert; in der Erntezeit beschäftigt sie zusätzlich bis zu 100 Menschen. Die Zuckerbauern liefern ihre Ernte individuell zu Otisa, erhalten aber den von der Genossenschaft festgelegten Preis. Die Hälfte des Mehrpreises, den die Fair Trade- Verkäufe ermöglichen, wird den Bauern ausbezahlt; mit der anderen Hälfte finanziert Manduvirá verschiedene Investitionen, die der Genossenschaft zugute kommen.


ProduzentInnen

Das Leben im unwegsamen, isolierten Sumpfgebiet Arroyos y Esteros ist hart. Die Grundstücke sind relativ klein; das wenige Agrarland wird immer mehr zersplittert, da die Bauernfamilien ihren zahlreichen Kindern zumindest eine kleine Parzelle übereignen wollen. Ausser Grundnahrungsmitteln für die Selbstversorgung erzeugen sie Ananas, Melonen, Tomaten, locote (eine Art Pfefferschote) und Zuckerrohr für den Verkauf. Doch fehlt es an Vermarktungsmöglichkeiten. Auf den unasphaltierten Strassen dauert die Fahrt nach Asunción (9O km) über zwei Stunden. Mangels Verdienstquellen müssen viele Bauern ihr Land verkaufen und in die Stadt ziehen. Dank der Aufwertung des Zuckerrohrs durch biologische Anbaumethoden, der Verabeitung von zertifiziertem Zucker bei Otisa und der Vermarktung im Fairen Handel wird der Landflucht Einhalt geboten; inzwischen ist die Existenz von insgesamt rund 600 Bauernfamilien gesichert. Bei Manduvirá erzeugen 57 Mitglieder Zuckerrohr jeweils auf 1 - 5 Hektaren. Während der Ernte, die sich über mehrere Monate erstreckt, hilft die ganze Familie mit; oft werden ausserdem SaisonarbeiterInnen angestellt. (ep)

Informationen zu Otisa sowie die Stellungsnahme eines Mitgliedes der Genossenschaft
Manduvirá finden Sie auf der homepage www.otisa.com.py
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