Coopercaju
Serra Do Mel, Brasilien

- Hintergrund/Geschichte der Organisation
- Struktur
- Ziele/Leistungen

Hintergrund/Geschichte der Organisation

Der Bundesstaat Rio Grande do Norte im Nordosten von Brasilien ist etwas grösser als
die Schweiz; die klimatischen, wirtschaftlichen und sozialen Unterschiede der einzelnen
Landesteile sind unvergleichlich krasser. Die Umgebung von Natal, der Hauptstadt, ist
mit ihren Palmenstränden und bestem Badewetter fast das ganze Jahr hindurch ein
wahres Ferienparadies; doch tagtäglich vergrössert sich die Zahl der Favelados, die vom
Land her in die schnell wachsenden Slumsiedlungen fliehen. Im Innern des
Bundesstaates nämlich sind die Böden karg und ausgedörrt, und die Ernten reichen
nicht einmal zur Selbstversorgung. In der Gegend Serra do Mel, die etwa 4 Fahrstunden
von Natal enfernt liegt, ist die Situation ganz besonders schlimm; in der Tat spottet sie
ihrem Namen "Honigland" Hohn, denn in dieser Dornbuschsavanne regnet es, wie in den
afrikanischen Sahelgebieten, fast nie. 1974 wurden hier im Rahmen eines staatlichen
Entwicklungsprogramms zugunsten von landlosen Kleinbauern Landstücke verteilt und
22 Siedlungen mit je 60 Häuser gegründet. Bereits 1975 gab die Regierung jedoch das
Projekt auf; viele Familien zogen wieder weg, die andern verelendeten und liessen die
Infrastrukturen verkommen. Zehn Jahre später entstand mit Unterstützung eines eigens
dafür im Wallis gegründeten Solidaritätskommittees sowie des Wintherturer Vereines
"Pro Serra do Mel" die brasilianische Organisation AACC-RN ("Assoçiacão de Apoio às
Comunidades do Campo do Rio Grande do Norte"), die einen neuen Anfang möglich
machte, indem sie den Bauern Verdienstmöglichkeiten verschaffte, bzw. den Anbau, die
Verarbeitung und den Verkauf von Cajunüssen förderte. Dank der Zusammenarbeit mit
claro - damals OS3 -, konnten bald schon Cajunüsse zu fairen Bedingungen exportiert
und Gewinne erzielt werden, die einen wichtigen Beitrag an den Wiederaufbau leisteten
und leisten.
Im Hinblick auf grösstmöglichste Eigenständigkeit der einheimischen Bevölkerung
unterstützte AACC-RN die Gründung der Genossenschaft Coopercaju, die 1991 offiziell
anerkannt wurde. 1997 und 1999 war Coopercaju Nutzniesser zweier mit EU-Geldern
finanzierter Qualitätsanalysen, die im Auftrag von claro im Hinblick auf eine
professionnelle Qualitätssicherung durchgeführt wurden.


Struktur

Coopercaju ist als unabhängige Genossenschaft organisiert und verfügt über
demensprechende Strukturen; da das Einzugsgebiet weit abliegt und nur schwierig -
telefonisch sogar kaum - erreicht werden kann, ist die Unterstützung durch NGOs
weiterhin unerlässlich. Dazu gehört, nebst AACC-RN, neuerdings die ebenfalls
brasilianische, von AACC-RN mitbegründete Organisation Siparn, die für alle Kontakte
sowie den Export der Nüsse sorgt.


Ziele/Leistungen

Hauptziel von Coopercaju ist es, den Mitgliedern mit der fairen Vermarktung von
verarbeiteten und fertig abgepackten Cajunüssen zu einem existenzsichernden
Einkommen zu verhelfen, so dass sie nicht gezwungen sind, ihre Ernte zu
Schleuderpreisen zu verschachern, abzuwandern oder als SaisonarbeiterInnen bei
Grossgrundbesitzern zu schuften.

Quelle: claro fair trade AG, 2552 Orpund, September 2001, ProduzentInnenbeschrieb Code 633


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