COOPEAGRI
Kooprative El General, Costa Rica
Compañera, Fairetta und Schoko-Snacks

- Coopeagri – eine Kooperative der Kaffee- und ZuckerproduzentInnen
- Die ProduzentInnen
- Der faire Preis

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Gründung:
Ort:
Produzentenzahl:
Produkte:
Struktur:
Frauenanteil:
Leitung:
Untergruppen:
1962; im FLO-Zuckerregister seit 1994
Region Pérez Zeledòn, im Süden des Landes
Rund 5300, darunter 900 Zuckerrohr-Produzenten
Zucker, Kaffee
Genossenschaft
30%
Generalversammlung
Mehrere Dorfgruppen sowie die Angestellten der organisationseigenen Zuckerraffinerie
 

„In vielen Entwicklungsländern sind die Erträge der KleinproduzentInnen sowie die Löhne und Arbeitsbedingungen der in der Zuckerindustrie beschäftigten Menschen beklagenswert schlecht. Dies ist auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen, zu denen die ungleiche Verteilung von Reichtum und Einfluß in vielen zuckerproduzierenden Ländern des Südens sowie die niedrigen Weltmarktpreise gehören.“
Aus: Fair Trade Jahrbuch 1998 – 2000, S. 78

Die letzten Jahre haben erhebliche Veränderungen auf dem Weltzuckermarkt mit sich gebracht. Die EU verlor ihre jahrelang bestehende Vormachtstellung als größter Zucker-exporteur. Die Preise haben sich – wenn auch auf niedrigem Niveau – so doch stabilisiert, und einige Entwicklungsländer konnten von diesen Entwicklungen sogar profitieren. Erzwungen wur-den diese Veränderungen durch das GATT-Abkommen und der damit verbundenen Reduzierung der Exportsubventionen innerhalb der EU. Zwei Dinge haben sich allerdings auch unter diesen neuen Rahmenbedingungen nicht geändert: Die protektionistische Haltung der zuckerproduzierenden Industrieländer und die katastrophalen Arbeitsbedingungen der ZuckerarbeiterInnen in den meisten Entwicklungsländern. Coopeagri
Ersteres stellt für den fairen Handel mit Zucker ein beachtliches Problem dar. Die Schutzzölle auf Zucker verteuern die Importe des fairen Handels derart, daß die EU-Importzölle oft über dem Preis liegen, der den ProduzentInnen für ihr Produkt gezahlt wird. Zweiteres will der faire Handel bekämpfen, indem er den Rohrzucker über Kleinbauernkooperativen bezieht und garantierte Mindestpreise für Zucker zahlt. So soll sicher gestellt werden, daß die ProduzentInnen ihre Produktionskosten decken können, und die Erlöse des fairen Handels vor allem den Kleinbauern und –bäuerinnen direkt zugute kommen. Doch auch hier stellt sich dem fairen Handel ein Problem: Zuckerrohr muß unmittelbar nach der Ernte zu Rohzucker verarbeitet werden. Dieser Prozeß – vor allem die Verarbeitung zu raffiniertem Weißzucker – erfordert kapitalintensive Investitionen. Der meiste Zucker wird so als Rohzucker exportiert. Die weitere Verarbeitung erfolgt dann in den Importländern. Nur wenige ProduzentInnenkooperativen sind selbst in der Lage export-fähigen, verarbeiteten Zucker zu produzieren. Coopeagri ist eine der Kooperativen, die in der Lage ist raffinierten Weißzucker zu exportieren. So kommen die ProduzentInnen nicht nur in den Genuß des fairen Zuckerpreises sondern erwirtschaften darüber hinaus einen beachtlichen Mehrwert durch die Verarbeitung des Rohzuckers.

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Coopeagri – eine Kooperative der Kaffee- und ZuckerproduzentInnen

Coopeagri ist eine große Kooperative mit derzeit ca. 7600 Mitgliedern – davon ca. 1000 Frauen. Derzeit wird von 923 Mitgliedern Zuckerrohr angebaut. Somit stellt Zucker die zweitwichtigste Finanzquelle nach Kaffee dar. Der ursprüngliche Grund für diesen Zusam-menschluß waren Probleme bei der Vermarktung des Kaffees. Heute nimmt die Kooperative neben der möglichst profitablen Vermarktung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse eine Vielzahl von Aufgaben für ihre Mitglieder wahr: den gemeinschaftlichen Ankauf von Maschinen, Geräten und Düngemitteln und deren Verteilung, die Verwaltung des Lager-hauses, die Verarbeitung von Zucker, die Vergabe von Krediten, die Anzucht von Setzlingen (Kaffee und Zuckerrohr) und die Führung eines Ladens. Verwaltet wird die Kooperative von einem Geschäftsführer unter Beiziehung mehrerer Komitees und des Vorstandes. Alle Mitglieder der Kooperative sind auf Dorfebene in die Aktivitäten der Kooperative integriert und stimmberechtigt. coopeagri
Sie wählen ihre VertreterInnen für die Generalversammlung, wo die Arbeitsschwerpunkte für das jeweilige Arbeitsjahr festgelegt werden. 1998 startete die Kooperative den Anbau von organisch-biologischem Zucker.

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Die ProduzentInnen

Die Anbaufläche für Zuckerrohr beträgt an die 3.500 ha. Das bedeutet eine durchschnittliche Feldgröße von 3,5 ha pro ProduzentIn. Insgesamt sind an die 2.500 Personen mit dem Zuckerrohranbau beschäftigt. Während der Erntezeit kommen auch SaisonarbeiterInnen zum Einsatz. Die ProduzentInnen bekommen 62,5% des Nettoverkaufspreises für Zucker ausbezahlt. Das restliche Geld fließt in die vielfältigen Aktivitäten der Kooperative inklusive den Transport und die Verarbeitung. Außerdem erhalten die ProduzentInnen durch ihre Mitgliedschaft in der Kooperative nicht nur bessere Preise für ihre Produkte, sondern kommen darüber hinaus in den Genuß technischer Unterstützung, von Krediten, Bildungs- und Gesundheitsprogrammen.

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Der faire Preis

Die erzielten Mehreinnahmen durch fair gehandelten Zucker erlauben wichtige Investitionen sowohl im sozialen Bereich als auch bei technologischen Verbesserungen. Die ProduzentInnen von Coopeagri haben sich in der Vergangenheit gegen die Auszahlungen der Mehrpreisprämie an die einzelnen ProduzentInnen entschieden, da die Einzelbeträge zu nieder gewesen wären. Die Generalversammlung entschied die Gelder für die Finanzierung von Gemeinschaftsprojek-ten zu verwen-den.

Der Rohrzucker von Coopeagri wird zu Schokolade weiterverarbeitet, die als Compañera, Fairetta-Riegel und Schoko-Snacks erhältlich ist.
(Quelle:EZA 3.Welt)

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