Cercle des Sécheurs (CDS)
Burkina Faso, (Mangoprodukte)

- Organisation
- Leistungen
- ProduzentInnen

Organisation

Mangos sind die meist verbreiteten Früchte in Burkina Faso; von den jährlich rund 150'000 t Frischfrüchten werden schätzungsweise nur 50'000 bis 80'000 t im Land konsumiert oder exportiert; der Rest verfault im Produktionsgebiet. Vielerorts werden die
unrentablen Mangobäume abgeholzt.Ihr Bestand ist jedoch in ökologischer und kultureller Hinsicht äusserst wichtig: Zum einen verhüten ihre Wurzeln die Ausweitung der Bodenerosion, zum andern spielen sie als Schattenspender und Treffpunkt der
Dorfbevölkerung eine bedeutende soziale Rolle.

1987 entstand mit Unterstützung von claro (damals 0S3) ein Pilotprojekt zur Herstellung von
getrockneten Mangos durch die NAAM-Frauengruppe Basnéré. 1992 führte der
Zusammenschluss von inzwischen 5 Gruppen (3 Frauengruppen sowie 2 Privatbetriebe) zur
Gründung des Cercle des Sécheurs. Seit 1995 verfügt der CDS als Groupement d'Intérêt
Economique (GIE) über eine eigene Exportlizenz.
Von Anfang an beschäftigt das Projekt mehrheitlich Frauen (über 80 %); viele sind der NAAM-
Bewegung angeschlossen, zu deren Hauptziel Frauenförderung im sozialen und
wirtschaftlichen Bereich gehört. Seit 1996 werden nur noch demokratisch organisierte
Frauengruppen als Mitglieder aufgenommen. Neue Gruppen sowie Privatbetriebe können die
Infrastrukturen als "Nutzniesser" beanspruchen, sind jedoch weder an den Entscheidungen
des CDS noch an den Vorfinanzierungen durch den Fairen Handel beteiligt. Gegenwärtig
zählt der CDS 9 anerkannte Mitglieder und 10 "Nutzniesser" - grösstenteils Frauengruppen,
welche die obligatorische Probezeit absolvieren, sowie ein paar Privatbetriebe.


Leistungen

• Sicherung, bzw. Erschliessung von bisher über 600 Einkommensquellen
(Anbau/Unterhalt von Mangobäumen und Verarbeitung der Trockenmangos).
• Der Verdienst von 45 Arbeitstagen (rund 410 FF) entspricht dem Jahreseinkommen, das
1999 vom UN-Development Program als Armutsschwelle für Burkina Faso festgelegt
worden ist.
• Dank grosser Diversifizierungsanstrengungen sind bereits einige Trocknungseinheiten
über mehrere Monate in Betrieb (die Produktion von Trockenmangos erstreckt sich nur
über 4 - 5 Monate). Im Inland wird getrocknetes Obst und Gemüse unter zwei Labels
vermarktet: "Régaldise" (Mangos, Ananas, Papaya, Kokosraspeln) sowie "Aromandise"
(Zwiebeln, Tomaten, Bohnen, Kartoffeln).
• 1999 wurden erstmals 18 Obstgärten sowie drei Produktionseinheiten durch Ecocert
zertifiziert.
• Seit Herbst 2000 schafft die Produktion von Sirup und Nektar zusätzliche Arbeitsplätze.
Die neuen, den EU-Normen entsprechenden Installationen wurden von claro vorfinanziert.


ProduzentInnen

Für diese erste Herstellung von Mango-Nektar und Sirup sorgt die NAAM-Frauengruppe
Dogori bei Bobo Dioulasso, einem der wichtigsten Anbaugebiete der Mangos. Sie nimmt seit
1992 am CDS teil und wurde 1994 als Mitglied anerkannt. Seit 1999 sind ihre
Trockenmangos BIO-zertifiziert. Die Produktion von Trockenmangos beschäftigt 45, die
Verarbeitung der Früchte zu Sirup und Nektar über 20 Frauen. (ep)

Quelle: claro fair trade AG, 2552 Orpund, November 2000


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