Asociación Chajul, El Quiché/Guatemala
- Hintergrund/Geschichte
der Organisation
- Struktur
- Ziele/Leistungen
- Produzentlnnen
- Zum Produkt
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Struktur
Die Generalversammlung findet zweimal jährlich
statt; sie vereint die Vertreterinnen der Basisgruppen, darunter 300 Frauen.
Da die Dorfgemeinschaften weit auseinanderliegen und meist nur zu Fuss erreichbar
sind, ist der 10- köpfige Verwaltungsrat für die wichtigsten Entscheidungen
der Organisation verantwortlich. Auf Dorfebene wird ebenfalls ein Verwaltungsrat
ernannt; daneben gibt es zahlreiche Komitees, die im Auftrag der Mitglieder
in verschiedensten Bereichen tätig sind: Verwaltung, Gesundheit, Erziehung,
Frauenförderung, Kreditwesen, Umweltschutz sowie Neubelebung und Aufwertung
der traditionellen Werte und Kenntnisse.
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Ziele/Leistungen
Hauptziel der Vereinigung ist die nachhaltige Entwicklung
der indigenen Dorfgemeinschaften; dabei sollen vor allem Verbesserungen auf
finanzieller Ebene sowie im Gesundheits- und Bildungsbereich getroffen werden.
Chajul bietet den Mitgliedern zahlreiche Dienstleistungen an; dazu gehören
Transport und Verarbeitung des Rohkaffees sowie Vermarktung voq Kaffee zu korrekten
Preisen; Apotheken mit Heilkräutergärten, Gesundheitsberaterinnen
und eine Naturheilklinik; Gemeinschaftsläden; Stipendien für den Schulbesuch
von etwa 50 Kindern. Den Erwachsenen steht ein Biidungszentrum zur Verfügung,
in dem bis zu 100 Personen Kurse zu folgenden Themen besuchen können biologische
Landwirtschaft und Anbau von Kaffee, Gemüse, Hellkräutern; Bienen-
und Viehzucht, Waldwirtschaft, Buchhaltung... Ein Menschenrechtsbüro führt
Untersuchungen und Beratungen durch und hilft den zurückgekehrten Flüchtlingen
beim Erwerb von Landtiteln. Ein Radio sendet die Informationen bis in die abgelegensten
Dörfer. Ein Gemeinschaftsfonds gewährt günstige Kredite. Frauenförderung
ist für Chajul ebenfalls sehr wichtig. 300 Frauen nehmen an der Generalversammlung
teil; vor kurzemwurde erstmals eine Frau in den Verwaltungsrat gewählt.
In den Dörfern entstanden Fräuengruppen, die sich mit Handwerk, Gesundheitsvorsorge
oder diversen landwirtschaftlichen Tätigkeiten befassen. 75 Frauen konnten
an Weiterbildungskursen im Textilbereich teilnehmen und lernten so, ihre Stoffe
auch auf dem internationalen Markt abzusetzen.
An diesen Einrichtungen und Leistungen ist auch der Faire Handel beteiligt,
denn die Mehrpreiszahlungen tragen entscheidend zu deren Finanzierung bei.
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Produzentlnnen
Die Vereinigung zählt in den Gemeinden Chajul,
Cotzal und Nebaj in äusserst abgelegenen Dörfern rund 1700 aktive
Mitglieder, davon etwa 550 - meist verwitwete - Frauen; über 850 bauen
zertifizierten Kaffee an. Fast alle gehören dem Volk der Maya-lxil an,
das in der Provinz El Quiché heimisch und für seine kunstvoll gewebten
"huipils" (die typischen guatemaltekischen Trachtenblusen) berühmt ist.
Die meisten Familien bewirtschaften weniger als eine Hektare Land; zur Selbstversorgung
bauen sie Mais, Bohnen und Bananen an und züchten etwas Vieh. Der Verkauf
von Kaffee und handgewobenen Stoffen ist die einzige Möglichkeit, Bargeld
zu verdienen. Dank der Kaffee-Exporte an Fair-Handelsorganisationen kann Chajul
den Bauern Vorfinanzierungen gewähren, so dass sie nicht mehr gezwungen
sind, teure Kredite aufzunehmen.
Befahrbare Strassen sind in dieser Gegend selten. Die meisten Dorfgemeinschaften können nur zu Fuss oder mit einem Lasttier erreicht werden; viele Mitglieder müssen bis zu 12 Stunden marschieren, um ihren Kaffee in die Zentrale zu liefern oder an der Generalversammlung teilzunehmen.
Dank der vorbildlichen Betreuung durch Chajul, zu der die Fair-Handelsorganisationen einen wesentlichen Beitrag leisten, lassen sie sich aber nicht entmutigen, umso mehr als sich ihre Mühe auch im buchstäblichen Sinne auszahlt. Insgesamt erhalten sie nämlich rund 70 % des fairen Kaffeepreises; 20 % benutzt die Organisation zur Deckung der Dienstleistüngen an die Mitglieder, und 10 % fliessen in den Gemeinschaftsfonds. Somit kommt ihnen direkt und indirekt der gesamte Preis zugute.
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Zum Produkt
Seit mehr als einem Jahrhundert gehört Kaffee,
nebst Bananen, Zuckerrohr und Tabak, zu den wichtigsten Exportgütern Guatemalas.
Die Mitglieder der Alociaciön Chajul produzieren besten
Arabica-Kaffee aus Hochlandlagen. 90 % des Kaffees wird exportiert; der grösste
Teil geht an den Fairen Handel. Der Rest - ausschliesslich BIO-Kaffee - ist
für den lnlandmarkt bestimmt.
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