Apicoop (früher Fundesval)

Geschichte der Organisation
Strukturen
Ziele/Leistungen
Produzentinnen
Zum Produkt


Geschichte der Organisation

Seit über 10 Jahren bezieht claro Honig aus der südchilenischen Region Los Lagos. Projektträger war bis vor kurzem das Bistum Valdivia, genauer gesagt Fundesval, die "Fundacion Diocesana para ei Desarrollo Social de Valdivia". Während der Militärdiktatur ermöglichte die kirchliche Trägerschaft vielen von der Regierung verfolgten Seibsth ilfegru ppen, Gewerkschaften und Bauernorgan isationen Initiativen zur Einkommensschaffung zu ergreifen. In diesem Rahmen begann Fundesval anfangs der 1980er Jahre ein Bienenzuchtprogramm aufzubauen1 das den benachteiligten Gruppen, darunter vor allem der chilenischen Urbevölkerung, den Mapuche, würdige Verdienstquellen verschaffen sollte. Gleichzeitig ging es darum, trotz der Unterdrückung durch das Pinochet-Regime, demokratische Verhaltensweisen und Strukturen zu fördern. So entstand die Imkergenossenschaft Fundesval, Mit Hilfe der deutschen kirchlichen Hilfs-Organisation Misereor konnten bald eine eigene Verarbeitungsanlage sowie eine Werkstatt zur Herstellung von lmkereizubehör in Paillaco, mitten im Produktionszentrum, eingerichtet werden.

1994 wurde Fundesval, langjährige Partnerin verschiedener Fairer Handelsorganisationen in Europa, ins FLO1-Honigregister aufgenommen.

1997 bot Fundesval den Imkern an, den Betrieb aufzukaufen und selbständig zu führen. Dank Eigenleistungen und der Unterstützung durch Fair-Handelsorganisationen konnten die bisherigen Mitglieder das Geld dafür aufbringen. 1998 wurde die neue Irnkergenossenschaft Apicoop (Cooperativa Campesina Apicola Valdivia) offiziell anerkannt.

Apicoop ist Mitglied des lateinamerikanischen Imker-Dachverbandes PAUAL (Pequeños Apicultores Unidos de America Latina), der in den 1990er Jahren mit Unterstützung durch den Fairen Handel entstand und sich seither zu einer selbständigen, dynamischen Organisation entwickelt hat.



Strukturen

Apicoop ist als Genossenschaft organisiert; Entscheidungen werden von der Generalversammlung aller Mitglieder getroffen. Die GV ist auch für die Ernennung des Verwaltungsrates verantwortlich; erwähnenswert für eine lateinamerikanische Organisation ist dabei die Tatsache, dass zwei der fünf Mitglieder des Verwattungsrates Frauen sind. Ferner ernennen die Mitglieder Vertreterinnen, die einen "Bauernrat" bilden und an regelmässigen Treffen über den Honigpreis, den Kauf von Material aus einem gemeinsarnen Fonds, u.a.m. diskutieren.

FLO Fair Trade Labelling Organisations (der Zusammenschluss aller europäischen Labelorganisationen wie z.b.die Stiftung Max Havelaaar)



Ziele/Leistungen

Mit der Gründung von Apicoop hat Fundesval eines ihrer Hauptziele, die Förderung dernokratischer Strukturen sowie die Mitbestimmung der Produzentinnen, bzw. die Schaffung einer eigenständigen Imkerorganisation, erreicht. Nun liegt es an Apicoop, für die Verbesserung der Lebensbedingungen benachteiligter Kleinbauern und Landarbeiterinnen einzustehen, bzw. mit der Förderung der Bienenzucht zum einen den Speisezettel der Produzentinnen zu bereichern, zum andern zusätzliche Verdienstmöglichkeiten zu schaffen.

Dank der grossen Kompetenz, mit der die neue Genossenschaft ihren Aufgaben nachkommt, hat sie schnell das Vertrauen der Dortgerneinschaften gewinnen können. So hat sich die Mitgilederanzahl in kurzer Zeit verdoppelt; bereits sind 120 Mitglieder eingetragen. Apicoop bietet ihnen wie früher Fundesval verschiedene Dienstleistungen im produktionstechnischen Bereich an; neu können die Imker 2 organisationseigene Kleinlastwagen ausleihen, um die Waben in die Zentrale zu transportieren.



Produzentinnen

Die 120 Genossenschaftsrnitglieder - darunter 16 Frauen - leben in der Provinz Valdivia in den Gemeinden Los Lagos, Paillaco, Futruno, Lago Ranco und Riñinahue. Dabei handelt es sich ausnahmslos um Kleinproduzentinnen, die sich auf Gemeindeebene zu unterschiedlich organisierten Gruppen vereint haben; viele von ihnen stammen aus dem indigenen Volk der Mapuche (zu deutsch: "Mensch der Erde").
Ferner vermarktet Apicoop Honig von sechs weiteren, in Valdivia und nördlicher gelegenen Landesteilen tätigen Imkergruppen mit insgesamt rund 350 Mitgliedern.

Dank Apicoop, bzw. der Honig-Vermarktung im Fairen Handel, verdienen die lmkerinnen unabhängig davon, ob sie Mitglieder bei Apicoop sind oder zu den anderen Gruppen gehören - bis zu 40 % über dem lokal üblichen Preis.

In Paillaco sind gegen 20 Frauen und Männer zu fairen Bedingungen fest angestellt. Zu ihren Aufgaben gehört es zum einen, den Honig für den Binnenmarkt und den Export zu filtern, zu mischen und abzufüllen, zum anderen imkereizubehör herzustellen.



Zum Produkt

Der Ulmo-Honig, den claro seit langem importiert, wird in der Umgebung des Lago Ranco geerntet; die Produzentlnnen stammen überwiegend aus dem Volk der Mapuche. Der Ulmo-Baum hat nichts mit unserer Ulme gemein; es handelt sich um einen südchilenischen Laubbaum mit grossen, watteähnlichen Blüten, die dem Honig seinen unverwechselbaren Geschmack verleihen.

Neu bietet claro eine cremige Wildblütenhonig-Mischung an; 45% der Mischung wird von Apicoop geliefert.

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