ANAPQUI
QUINUA AUS BOLIVIEN
Bio-Quinua, Cruncho Müsli und Schoko-Riegel
- ANAPQUI Nationale Vereinigung der Quinua-ProduzentInnen
- Die ProduzentInnen
- Der faire Preis
Quinua ist eine 5000 Jahre alte Kulturpflanze der Inkas mit besonders hohem Nährwert und vielen Vitaminen. Während der Kolonialzeit wurde der Anbau von Quinua verboten und das ehemals hohe Ansehen des Wunderkorns abgewertet. Heute gilt Quinua als billiges Indiofutter, für das es in Bolivien kaum einen Markt gibt. Durch die Nachfrage des fairen Handels soll erreicht werden, das Prestige dieses hochwertigen Lebensmittels in Bolivien zu steigern, um dieses Produkt auch auf dem heimischen Markt wieder besser verkaufen zu können.
Aus: Gepa-Faltblatt Quinua aus Bolivien
Quinua spielt in Südamerika gegenwärtig eine untergeordnete Rolle. Die wohlhabende Bevölkerung verschmäht Quinua. Arme BolivianerInnen können sich das Korn nicht leisten. Diesen Zustand versucht eine Gruppe indigener Kleinbauern und bäuerinnen seit 1983 gezielt zu beenden. Sieben Genossenschaften haben sich bis heute unter dem Dachverband ANAPQUI zusammengeschlossen, um die Verarbeitung und Vermarktung von Quinua und damit die wirtschaftliche Situation der quinuaproduzierenden KleinproduzentInnen zu verbessern. In Bolivien, wo 80% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben und sich die Kokainwirtschaft zu einem strategischen Sektor entwickelt, bietet der Quinua-Anbau eine bedeutende Alternative. Durch den Import von subventioniertem Billigweizen wurde der Quinua-Anbau unrentabel. Erst ANAPQUI konnte den Anbau von Quinua wieder ankurbeln, indem ANAPQUI höhere und von den Marktpreisen relativ unabhängige Preise zu erzielen hilft. Dies gelingt einerseits durch die Zusammenarbeit mit dem fairen Handel und andererseits durch die Umstellung auf organisch-biologischen Anbau. Der faire Handel unterstützt den Umstieg auf ökologische Anbaumethoden, indem er zusätzlich zum fairen Preis einen Bio-Zuschlag bezahlt. Die Umstellung auf eine nachhaltige Produktion war in der ökologisch sehr sensiblen Region des Andenhochlandes eine Notwendigkeit, um die erosionsgefährdeten Böden nicht vorzeitig auszulaugen, nachdem der Bedarf an Quinua durch den Alternativhandel in den USA und Europa stark gestiegen war. Ziel des fairen Handels mit Quinua muß es sein, den ProduzentInnen eine dauerhafte Einkommensquelle zu erschließen, ohne dadurch das ökologische Gleichgewicht der Region zu zerstören.
ANAPQUI Nationale Vereinigung der Quinua-ProduzentInnen
ANAPQUI ist der Zusammenschluß von mittlerweile sieben regionalen quinuaproduzier-en-den Genossenschaften um den Salar de Uyuni einen ausgetrockneten Salzsee im bolivianischen Andenhochland. Sowohl ANAPQUI als auch die regionalen Zusammen-schlüsse verfügen über ein fünfköpfiges Leitungsgremium, das alle zwei Jahre von der Regional- bzw. Nationalversammlung gewählt wird. Die wichtigsten laufenden Entschei-dungen werden im zweimonatlich stattfindenden Beratungsausschuß getroffen. Dieser setzt sich aus dem nationalen Vorstand und VertreterInnen aller vier Regional-vorstände zusammen. Die Geschäftsführung ist diesem Ausschuß weisungsgebun-den. Ziel von ANAPQUI ist die Verbesserung der Lebenssituation der Quinuaprodu-zentInnen durch die verstärkte Vermarktung von Quinua im In- und Ausland, die produktionstechnische Unterstützung und Förderung der ProduzentInnen und deren Interes-sensvertretung. Wichtige Anliegen sind die Preisstabilisierung am bolivianischen Markt, Qualitäts-sicherung, Weiterverarbeitung (Quinua müssen die Bitterstoffe entzogen werden!) in den genossenschaftseigenen Entbitterungsanlagen und die Bio-Zertifizierung. Seit heuer verkauft die EZA zertifizierten Bio-Quinua (Zertifizierung durch Naturland).
Die in ANAPQUI organisierten ProduzentInnen leben im Süden des bolivianischen Hochlandes (Altiplanos) auf einer Höhe von 3800 m und darüber. Hier leben ca. 4000 Familien in 120 Gemeinden. Die fast ausschließlich indianisch geprägte Bevölkerung spricht Aymara oder Quechua als Muttersprache, viele Männer sprechen auch Spanisch. Die AnalphabetInnenrate beträgt rund 30%. Eine Familie verfügt über ca. 14 ha kultivierbarer Fläche, von denen knapp 4 ha genutzt werden. Der Rest liegt brach bzw. dient als Landreserve. Schafe und Lamas werden zur Woll- und Fleischproduktion gehalten. Trotz der Kolonialisierung sind zahlreiche Elemente der andinen Kultur bis heute erhalten geblieben, so auch vorkoloniale Kooperationsformen wie z. B. Hilfe mit Rückerstattung in Arbeit (ayni) oder Waren (minka).
Für 1 Tonne abgepacktes Quinua erhält ANAPQUI derzeit
den Preis von US$ 1.960.-. Dieser Betrag beinhaltet US$ 400.- für das Verpacken
und die Verpackung und US$ 200.- Bioprämie. Im Vergleich dazu werden am
lokalen Markt ca. US$ 1.100.- für loses, das heißt nicht abgepacktes
Quinua bezahlt. Am lokalen Markt ist außerdem kein Biozuschlag verrechenbar.
Die Gewinnausschüttung wurde wie folgt festgelegt: 50% gehen an die Dachorganisation,
25% an die Regionalorganisation und 25% an die ProduzentInnen proportional zu
den Verkaufsmengen an ANAPQUI.
(Quelle: EZA 3.Welt)
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