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Apikri, Indonesien

APIKRI
Yogyakarta, Indonesien

- Geschichte/ Struktur der Organisation
- Ziele/Leistungen
- Produzentinnen

Geschichte/ Struktur der Organisation

Yogyakarta, im östlichen Teil der Insel Java, ist eines der wichtigsten kulturellen Zentren Indonesiens. Seit eh und je ist die Stadt für ihre unzähligen Kunsthandwerkerinnen bekannt; Haupterzeugnisse sind Batik-, Leder- und Silberarbeiten. Doch mit den Absatzchancen steht es in der Regel schlecht; und die Preise der Zwischenhändler decken die Produktionskosten meist nicht. Da es aber in und um Yogyakarta - einer Stadt mit über 1 Million Einwohnerinnen - praktisch keine Industrie gibt, fehlt es an anderen Arbeitsmöglichkeiten.

„Gemeinsam wachsen!" Unter diesem Motto schlossen sich Ende der 1980er Jahre rund 20 Kleinproduzentinnen zusammen. 1990 gründeten sie - mit Unterstützung der Fair-Handelsorganisation Bekehrt (claro-Code 300, s. claro Aktuell Mai 2001) - die Stiftung APIKRI (auf deutsch etwa: Stiftung zur Entwicklung des indonesischen Handwerks). In den Anfangsjahren liefen die Exporte an den Fairen Handel über Bekehrt. Heute besitzt APIKRI eine eigene Exportlizenz.

Zur Schaffung klarer Strukturen wurde inzwischen beschlossen, APIKRI in zwei juristisch unterschiedliche, doch eng miteinander arbeitende Organisationen aufzuteilen: Die Stiftung kümmert sich um Entwicklung- und Bildungsaufgaben, für Produktion und Vermarktung ist die neu gegründete Genossenschaft verantwortlich. Die Produzentinnen sind in beide Bereichen mit einbezogen, im einen als Genossenschaft-, im andern als Stiftungsmitglieder. Seit März 2002 amtiert, nach ein paar schnell aufeinander folgenden Wechseln in der Geschäftsleitung, ein neues Team, das beabsichtigt, in den nächsten drei Jahren APIKRI's Ziele konsequent umzusetzen.

APIKRI ist Mitglied der FIAT (International Föderation oft Alternative Trude) sowie, auf nationaler Ebene, beim „Forum der Nicht-Regierungs-Organisationen" und dem Konsortium „Fair Trade Indonesia".

Ziele/Leistungen

APIKRI's Hauptziel ist die Förderung von Handwerk und dessen fairen Vermarktung zugunsten von Kleinproduzentinnen und deren Familien. Kinderarbeit ist verpönt, faire Preise und Löhne sollen es den Produzentinnen und Angestellten ermöglichen, den Schulbesuch zu finanzieren. Zudem will APIKRI ein Netzwerk aufbauen, das die Zusammenarbeit der Gruppen und ihren Austausch sowie die Beziehungen zwischen den Produzentinnen und den Angestellten, die in der APIKRI-Zentrale arbeiten, stärken soll; Fernziel ist es, ebenfalls die FairHandelspartner in dieses Netz einzubinden.

 

 

 

 

 

 

 

APIKRI hilft den Produzentinnen, die Preise aufgrund ihrer Produktionskosten selber zu kalkulieren; dementsprechend liegen diese höher als ortsüblich. Bei der Festsetzung der Gehälter der Angestellten berücksichtigt APIKRI den offiziellen Mindestlohn und hält sich an die gesetzlich vorgeschriebenen Sozialleistungen. Nebst Dienstleistungen im Produktions- und Vermarktungsbereich (u.a.. Vorfinanzierung, Produkteentwicklung, Marktstudien...) haben die Produzentinnen Anrecht auf günstige Kleinkredite und Ausbildungskurse in verschiedensten Bereichen (beispielsweise Englisch und Internet). Ein besonderes Anliegen gilt der Bewusstseinsbildung in Sachen Fairer Handel. APIKRI bemüht sich, Verständnis dafür zu wecken und einen Entwicklungsprozess einzuleiten, so dass die Produzentinnen diese Prinzipien auch in ihrem eigenen Umfeld verwirklichen.

Produzentinnen

Zwar zählt APIKRI heute 200 Mitgliedergruppen, doch mangels Aufträgen sind nur 70 tatsächlich aktiv. Die Gruppen weisen unterschiedliche Strukturen auf; bei den meisten handelt es sich um kleine Familienwerkstätten oder Privatbetriebe; andere sind als Kooperativen organisiert. Jede Gruppe ist auf ein ganz spezifisches, in der Familie oder Region verwurzeltes Handwerk spezialisiert.

Die Handwerkerinnen leben zum Teil in den Aussenquartieren von Yogyakarta, zum Teil in einigen Dörfern auf Ostjava. Sie stammen überwiegend aus besonders benachteiligten Bevölkerungsschichten, die unter der Armutsgrenze leben; oft handelt es sich um Bauernfamilien, die ihren Lebensunterhalt nur ungenügend aus der Landwirtschaft bestreiten können oder gar ihr Land verloren haben.

Die Artikel, die claro gegenwärtig von APIKRI bezieht, stammen aus mehreren Gruppen. So wird beispielsweise der Silberschmuck im Kleinbetrieb „Yudhi Silver" in Yogyakarta hergestellt. Dieser
Betrieb wurde 1988 von einem Designlehrer an der High School gegründet, mit dem Ziel, Jugendlichen zu einer regelmässigen, würdigen Arbeit zu verhelfen. Heute beschäftigt „Yudhi Silier" 13 Männer sowie 2 Frauen, die für die Buchhaltung und andere administrative Aufgaben sorgen. Der Leiter entwickelt ständig neue Designs und Modelle und hilft seinen Arbeitern bei der Ausführung. „Yudhi Silier" ist seit dem Gründungsjahr 1990 Mitglied bei APIKRI, erhielt aber erst 1992 die ersten Aufträge.

Informationen zu APIKRI finden Sie auf
www.apikri.com

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